Strassenkreuzer Uni: Ist das Böse angeboren?

Mit 81 Zuhörern klären wir in unserer ersten Vorlesung des Semesters die Frage, ob das Böse angeboren sei. Die Juristin Gabriele Kett-Straub zeigt Bilder von Serienmördern und Schwerverbrechern und widerlegt die Annahme, dass man das Böse jemandem ansehen kann. Sie bemerkt, dass Kriminalität zu unserem Alltag gehört. Kleinere Delikte, wie Ladendiebstahl, begeht fast jeder von uns in der Kindheit oder Jugend. Damit ist jedoch keine kriminelle Karriere programmiert. Aber viel weniger Frauen als Männer werden straffällig. Ist das Böse also angeboren? Tatsächlich kann man sagen, dass Männer aufgrund des Hormons Testosteron aggressiver und gewaltbereiter sind als Frauen. Jedoch könnten die meisten von uns Kriminelle werden, wenn nicht das Elternhaus, die Schulbildung und das soziale Umfeld positiven Einfluss auf unsere moralische Erziehung nehmen. Und der Konsum von Alkohol enthemmt den Menschen und macht ihn damit anfälliger für aggressive und strafbare Handlungen. 26 Prozent aller Delikte werden unter Einfluss von Alkohol begangen. Jedoch gibt Kett- Straub auch zu bedenken, dass die Kriminalstatistik den Rückgang krimineller Taten belegt und in Deutschland so wenige Straftaten wie seit 25 Jahren nicht mehr begangen werden. Die Wahrscheinlichkeit, Opfer einer solchen zu werden, ist also sehr gering. 

Text: Sandra Dichtl 
Fotos: Barbara Kressmann und Thomas Slawik
06/11/2018