Strassenkreuzer Uni: Lebenslang für einen Mörder

Im Königssaal des Nürnberger Amtsgerichtes treffen sich heute 35 Teilnehmer für den letzten Vortrag des Themenblocks: Die Schwere der Schuld. Justizpressesprecher Friedrich Weitner begrüßt uns in dem geschichtsträchtigen Raum und berichtet über den Weg, den Urteile für Straftäter nehmen. Zuerst klärt er, dass ein im Namen des Volkes gesprochenes Urteil den Volkswillen ausdrückt. Auch wenn das Volksempfinden davon abweichen kann, soll damit gesagt werden, dass die Staatsgewalt vom Volk ausgehtWie ist nun ein Schöffengericht zusammengesetzt? In einem Gerichtssaal befinden sich bis zu 5 Richter, Zeugen, der Angeklagte, ein Dolmetscher, Schöffen, ein Protokollführer, der Staatsanwalt, Nebenkläger und ein Gutachter. Wird der Angeklagte also schuldig gesprochen, wird bemessen, wie hoch die Strafe sein muss. Dafür gibt es für jede Tat einen Strafrahmen, in dessen Spielraum dann nach allen Abwägungen, Begutachtungen und Vernehmungen die konkrete Strafe für den Einzelnen bemessen wirdMögliche Strafen können Geldstrafen oder Freiheitsentzug sein. Haftstrafen können auch zur Bewährung ausgesetzt werden. Was die Zuhörer brennend interessiert: Was ist der Unterschied zwischen Mord und Totschlag? Für einen Mord sprechen Mordlust, Befriedigung des Geschlechtstriebes, Habgier, Heimtücke und besondere Grausamkeit der Tat. Weitner gibt zu bedenken, dass auch Richter und Juristen fehlbar sind und es durchaus zu Fehlurteilen kommen kann. Wie damit umgegangen wird, könnte ein nächstes Thema für die Uni sein.

Text: Sandra Dichtl 
Bilder: Barbara Kressmann und Walter Schindler
14/11/2018