Straßenkreuzer Uni: Aus Abfall wird Kunststoff

Heute besuchen die 19 Teilnehmer zur letzten Veranstaltung des Semesters das Müll-aufbereitungszentrum der Grünen Engel. Der Vertriebsleiter Florian Lankes und der Marketing Chef Martin Thieme begrüßen uns und zeigen auf, was auf dem 14 Hektar großen Gelände alles recycelt wird. Hier wird Elektroschrott sortiert, Holz wiederaufgearbeitet, Papier gewaschen und für die Neuproduktion wiederaufgewertet. Sie berichten, dass sie 50% mehr Kunststoffe verarbeiten als noch im Jahr 2000. Und dass es 9 Aufbereitungsanlagen, eine eigene LKW-Werkstatt und ein großes Bürogebäude gibt. Wichtig für die Anlage direkt hier im Hafenbecken sind die kurzen Transportwege. Die 900 000 Tonnen Abfälle, die bei den Grünen Engeln sortiert werden, kommen aus Nürnberg, Baden-Württemberg, Hessen, Österreich und Italien über den Hafen und mit LKWs. Früher wurde derartiger Müll auf Deponien gelagert, seit 2005 ist es verboten, brennbare Abfälle so zu verschaffen. Nun landen diese Abfälle bei den Grünen Engeln und werden hier für die Herstellung von Parkbänken, Tischen und Recycling-Baumaterialien verarbeitet. 

Text: Sandra Dichtl 
Fotos: Barbara Kressmann und Walter Schindler
23/01/2019

Straßenkreuzer Uni: Wir sollten weiter reden

Heute Nachmittag geht es um das kleine Wörtchen „muss“ in dem Workshop von Pierre Boisson zum Thema: Gewaltfreie Kommunikation. Die 28 Teilnehmer sind eingebunden und aufgefordert zu erzählen, was die Benutzung dieses Wortes in Sätzen wie: Ich muss meine Wohnung aufräumen“ in ihnen auslöst. Druck, Zwang, Pflicht und Forderung sind die Antworten. Alles, was man mit dem Wort MUSS unterlegt, kann keinen Spaß machen und ist nicht freiwillig. Wie können wir also ohne dieses zwangbelastete Wort in unserer Sprache auskommen? Alles was wir tun, sagt Boisson, tun wir aufgrund verschiedener Bedürfnisse. Das heißt, wenn wir aufräumen ist das eine Strategie für das Bedürfnis Ordnung. Uns bewusst zu machen, dass wir uns für Ordnung entschieden haben, können wir in unsere Formulierung einbauen. Wir können also sagen: „Ich entscheide mich, meine Wohnung aufzuräumen, weil es mir wichtig ist, Ordnung zu haben“Falls das Aufräumen dann immer noch keinen Spaß macht, rät Boisson, es mit Musik zu unterlegen oder mit der Familie zusammen aufzuräumen. Das probieren wir jetzt mal aus!

Text: Sandra Dichtl 
Fotos: Barbara Kressmann und Walter Schindler
23/01/2019

Straßenkreuzer Uni: Flic Flac

Den Zirkus besuchen! Das gehört für viele zur Vorweihnachtszeit dazu. 46 unserer Hörer haben nun die Möglichkeit, die Artisten des Flic Flac Zirkus zu bewundern. In dem großen Zelt gibt es laute Musik, eine bezaubernde Lichtshow, viel waghalsige Artistik und lustige Clowns. Für die meisten Zuschauer ist die Motorradnummer wohl die aufregendste. Denn aus einem Eingang kommen mit einem Mal Motorradfahrer mit ihren Maschinen geschossen, fliegen mehr als 20 Meter über die Manege, um am anderen Ende auf einer Rampe wieder abzutauchen. Oder die Hochseilartisten, die sich am Trapez gegenseitig fangen und mit Salti von einer Seite zur anderen schwingen. 

Die Bilder der Vorstellung noch im Kopf, treffen wir im neuen Jahr Frau Rott, die Pressesprecherin des Zirkus. Sie führt uns hinter die Kulissen. Wir können die Garderoben der Künstler sehen, erfahren etwas über den Aufbau des Zeltes und die Technik vor Ort. Die Uni- Zuhörer haben viele Fragen zur Choreografie, zu den Künstlern und den Besonderheiten des Flic Flac. Es ist ebenso aufregend, Zirkus mal aus einer anderen Perspektive erleben zu dürfen und der Arbeit, die hinter einer solchen Show steckt, nachzuforschen.

Text: Sandra Dichtl 
Fotos Barbara Kressmann und Walter Schindler
15/01/2019

Strassenkreuzer Uni: Eine Zukunft ohne Erdöl

Heute sitzen 23 Hörer in einem Raum der Technischen Hochschule Nürnberg und lauschen dem Werkstoffwissenschaftler Dr. Jens Helbig. Er forscht im Bereich umweltverträglicher Kunststoffe und zeigt uns auf, dass Plastik überall in unserem Alltag Einzug gehalten hat. Getränke, Medikamente und Süßigkeiten sind in Plastik verpackt, Autos, unsere Kleidung und medizinische Produkte bestehen zu einem großen Teil daraus. Da Kunststoffe aus Erdöl gewonnen werden und dieses nicht unendlich verfügbar ist und die Entsorgung von Plastik Probleme verursacht, braucht es alternative Lösungen. Helbig sagt in seinem Vortrag, dass das meiste Plastik in Asien verwendet werde, wir in Deutschland mit 16 Mio. Tonnen (2013) aber auch einen sehr hohen Verbrauch hätten. Nun seien die Kunststoffe aber sehr unterschiedlich in ihrer chemischen Zusammensetzung und müssten deshalb nach ihrer Verwendung auch unterschiedlich entsorgt werden. 57% werden verbrannt, der Rest geht in die stoffliche Wiederverwertung, wird recycelt. Helbig zeigt einige Möglichkeiten des Recyclings auf und erklärt anhand vieler Beispiele, wie kompliziert dieses eigentlich ist. Die Zuhörer haben viele Fragen, die sie sehr anschaulich erklärt bekommen.  

Text: Sandra Dichtl 
Fotos: Barbara Kressmann und Walter Schindler
15/01/2019

Straßenkreuzer Uni: Anders einpacken

Wie wir möglichst wenig Kunststoff aus dem Supermarkt in unser Haus tragen, zeigen uns heute die Umweltaktivisten Roland, Anne und Corinna von Zero Waste Nürnberg der Vereins Bluepingu. Sie haben sehr viel Anschauungsmaterial mitgebracht. Direkt vor den 39 Teilnehmern steht eine große Einkaufstüte voller Plastikverpackungen, wie sie jeder von uns irgendwann einmal nach Hause getragen hat. Dagegen zeigt uns Anne ihren Restmüll von einem Jahr, der in ein Schraubglas passt. Aber wie macht sie das?  

Wie kann sie seit zwei Jahren praktisch müllfrei leben? An praktischen Beispielen zeigen uns die drei, wie es gehen kann. Waschmittel aus Kastanien herzustellen, ist zum Beispiel sehr einfach: Kastanien sammeln, Schale abmachen, das Weiße kleinhacken, mit Wasser auffüllen und die Lauge direkt in die Wäsche geben. Oder mit einem Baumwollnetz einkaufen gehen. Einige davon haben die Umweltschützer auch mitgebracht und verteilen sie unter den Teilnehmern. Für unsere Brötchen geben sie den preisgekrönten Frängaroo- Stoffbeutel aus. Die meisten Hörer kennen sich sehr gut aus im Umweltschutz und tragen mit vielen guten Tipps zu einem sehr informativen Nachmittag bei.  

Text: Sandra Dichtl 
22/12/2018