Straßenkreuzer Uni: “Abschlussfest WS 17/18” – so war’s

40 Urkunden, 438 Teilnehmer, das Wintersemester 2017/18 war eines der erfolgreichsten überhaupt. Wir haben uns mit der Sehnsucht nach der Freiheit und dem Glück beschäftigt, haben uns auf nichtchristliche Glaubensrichtungen eingelassen und den Tyrannen von heute und gestern die Stirn geboten. Vor Weihnachten trugen wir Glitzerstaub und feine Geschenke aus dem Bastelworkshop mit nach Hause und mit Godehard Neumann begaben wir uns auf die Spuren von Elvis Presley. Ein abwechslungsreiches und spannendes halbes Jahr geht zu Ende und hinterlässt viele Eindrücke. Fast 197 neue Hörer haben wir gewonnen, aber auch 241 Stammhörer besuchten die Veranstaltungen und bereicherten sie mit Fragen und Kommentaren.
Das neue Semester ist in Planung und wir können schon so viel sagen: Es wird aufregend!

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29/01/2018

Straßenkreuzer Uni: “Böser Nero, armer Augustus” – so war’s

Zeigt der etwa mit dem Finger auf uns?
Der Archäologe Dr. Martin Boss aus Erlangen gibt Aufschluss darüber, woher diese heroischen Gesten kommen, die Politiker zum Teil heute noch benutzen.
Anhand von Bildern der Büsten aus seiner Antikensammlung erzählt er uns, warum ein Nero oder ein Cäsar so dargestellt wurden, wie wir sie heute kennen: jung, schön und kräftig. Und immer stark und ansprechend. Anderen Machthabern sollte gezeigt werden, wer der Stärkste ist. Diese Bildnisse der berühmten aber auch berüchtigten Machthaber der Antike zeigen Tyrannen, die im Gegensatz zu Königen durch gewaltsame Machtergreifung regierten. Bei den antiken Griechen wurde also mit der Bezeichnung Tyrann nicht die Art der Machtausübung definiert.
Martin Boss zeigt schlussendlich am Beispiel heutiger Politiker, wie sehr wir uns von deren Gesten und Mimik in unserer Meinung beeinflussen lassen. Und gibt uns mit auf den Weg, das zu hinterfragen.

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19/01/2018

Straßenkreuzer Uni: “So werde ich den Tyrannen los” – so war’s

Klar sind hier auch Männer erlaubt! Obwohl die Leiterin der Beratungsstelle des Frauenhauses Stefanie Walter eingangs warnt, dass diese nicht gut wegkommen werden in ihrem Vortrag. Denn Gewalttäter sind größtenteils männlich. Viele von ihnen streben nach Macht, wollen Recht haben. Und wenn sie das nicht bekommen, werden sie handgreiflich gegenüber denjenigen, die ihnen am nächsten stehen, den Frauen. Gewalt ist aber nicht nur körperlich, sie kann auch seelischer, sexueller, wirtschaftlicher und sozialer Natur sein. Das heißt, ein Mann, der eine Frau von sich abhängig machen möchte, greift auf unterschiedlichen Wegen in ihr Leben ein.

Die Sozialpädagogin Stefanie Walter zeigt, wie Warnsignale für Außenstehende erkannt werden können. Und sie sagt den 30 Zuhörern an diesem Nachmittag, dass jede vierte Frau bereits Gewalterfahrungen gemacht hat, aber 37% der Frauen darüber nicht sprechen. Deshalb regt sie an, diese Problematik nicht totzuschweigen, sondern aufmerksam zu sein und Hilfsangebote wahrzunehmen.

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12/01/2018

Straßenkreuzer Uni: “So viel Gewalt im Nahen Osten” – so war’s

Der Nahe Osten ist uns in den letzten Jahren ganz schön nahe gekommen. Nicht nur in den Medien, auch durch die Erlebnisse, die wir von Geflüchteten erfahren. Aber wissen wir denn genau, wo der Nahe Osten überhaupt liegt und welche Länder dazu gehören? Der Politikwissenschaftler Prof. Dr. Thomas Demmelhuber klärt auf und gibt zu bedenken, dass die Bezeichnungen Naher, Mittlerer und Ferner Osten bis heute Regionen bezeichnen, die nicht klar abgegrenzt werden können. Eins steht fest, der Nahe Osten erscheint uns fremd und seine tyrannischen Herrschaftssysteme ebenso. Aber konnten diese mit der seit sieben Jahren andauernden Revolutionswelle verändert werden? Es haben sich nur wenige Herrschaftswechsel ereignet, gibt Demmelhuber zu bedenken. Tyrannen erheben weiterhin Machtansprüche. Dabei bedienen sie sich zwar der Mechanismen der Demokratie, wie wir sie kennen. Aber letztendlich, erklärt er den 63 Zuhörern, werden demokratische Verhältnisse aufgrund der Geschichte und der Traditionen in der arabischen Welt schwer zu etablieren sein und damit ist ein Ende der Kriege und Auseinandersetzungen im Nahen Osten nicht in Sicht.

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10/01/2018

Straßenkreuzer Uni: “Sehr geehrter Herr Elefant” – so war’s

Sehr geehrter Elefant!

Nach gelassener, srilankischer Zeitrechnung beginnen wir den Nachmittag im Hindu-Tempel Nürnberg. Mehr als 30 Teilnehmer warten gespannt darauf, sich umsehen zu dürfen und mehr über den Hinduismus zu erfahren. Selladurai Manoharalingam, der Vorstand des Vereins, empfängt uns und beginnt von den Anfängen des Hinduismus zu erzählen, von den mehr als hundert Gottheiten und von der Herkunft der Mitglieder des Vereins, welcher 120 Familien zählt.

Im Hintergrund bereitet der Priester des Tempels den im Anschluss folgenden Gottesdienst vor. Dafür bestreicht er eine Buddhastatue mit frischer Mango, Zitrone, Orange, übergießt sie mit Milch und Kokosmilch. Immer begleitet von Mantras, Gebetsgesängen in der Sprache Sanskrit. Eine Sprache, die nur die Gelehrten noch sprechen. Neben ihm ein Angehöriger der Gemeinde, der die Zeremonie mit einem Glöckchen begleitet. Nachher wird der Buddha wieder gereinigt, die Lebensmittelmischung aufgehoben und den Gläubigen später gereicht. Wir sitzen am Boden, beobachten und stellen unsere, manchmal ungläubigen, Fragen. Schöne Oase einer anderen Welt.

 

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09/01/2018