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Was auf dem Gewissen lastet

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Ein Witz ist das Erste, was Stadtdekan Hubertus Förster erzählt. Kommt ein wortkarger Mann zur Beichte. Wie immer eigentlich, sagt er. Und der Priester hält sich ebenso knapp: „Dann hammers ja wieder.“

Selten freilich ist Schuld so leicht gestanden und das Vergeben so schnell geschehen.

Denn Schuld, das wissen auch die 42 Hörer der Straßenkreuzer Uni im „Fenster zur Stadt“, lastet auf dem Gewissen. Das Alte Testament, berichtet der katholische Stadtdekan, kennt kein Wort für Gewissen – aber schon Adam und Eva haben sich, nachdem sie vom Baum der Erkenntnis gegessen hatten, unter Blättern versteckt. Ein Bewusstsein für Schuld hatten sie also.

Auch wenn heutzutage Kinder heranwachsen, lernen sie, was richtig und was falsch ist. Diese Lebensregeln fasst die Religion in Geboten zusammen, der Staat schafft Gesetze. Aber was ist dann Sünde? Die „Schuld vor Gott“ könne jeder nur selbst definieren, sagt Hubertus Förster.

Diese Schuld wird in der Beichte – die inzwischen häufig als seelsorgerisches Gespräch geführt wird, bei dem Priester und Beichtender einander am Tisch gegenüber sitzen – vergeben. Aber es gehört für Gläubige auch die „Umkehr nach der Beichte dazu, man muss den Lebensstil ändern“.

20/01/2016