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Ungeheuern lauschen

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„Ist die Geschichte wirklich wahr?“ Nur Kinder trauen sich das zu fragen, wenn Martin Ellrodt erzählt.

Dabei lauschen Erwachsene den ungeheuerlichen Geschichten aus aller Welt genauso gebannt. Auch die 30 Hörerinnen und Hörer der Straßenkreuzer Uni im Domus Misericordiae.

Sie sitzen mucksmäuschenstill, als der Geschichtenerzähler von Paddy Ahern berichtet, der, begleitet von drei unheimlichen Gesellen, seinen eigenen Sarg durch die Nacht getragen hat und dabei das Erzählen lernte.

Oft folgen solche mündlich weitergegebenen Geschichten einem Muster, dem Monomythos: Held sitzt zuhause, das Abenteuer klopft an und der Held macht sich zögernd auf, überwindet alle möglichen Hindernisse, stellt sich der Konfrontation mit Ungeheuern oder Herausforderern, bevor er nach Hause zurückkehrt – ausgestattet mit neuen Erfahrungen, einem Mitbringsel oder gar der Liebe.  Dann ist alles bekannt und doch ganz anders als zuvor. Warum verzaubern uns die Geschichten so, wenn sie gekonnt vorgetragen werden?

Sie sprechen uralte Muster aus der menschlichen Entwicklungsgeschichte wurzeln, vermutet Martin Ellrodt. Sie unterhalten uns, wir wollen sie immer wieder hören. Und ob eine Geschichte dann wirklich passiert ist, ist unwichtig. Nur wahr sollte sie sein. So wie die von Paddy Ahern.

15/12/2015