Alles über Bonsai

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Baum im Topf – das heißt Bonsai auf Deutsch. Wie aus ganz normalen Bäumchen die kunstvollen Miniaturen werden, die in Schalen wachsen und wie Schätze gehütet werden, führt Brigitte Graml im Christine-Kreller-Haus der Stadtmission vor.

Mit Draht und Schere formt die Expertin vom Nürnberger Bonsai-Verein, die vor 38 Jahren für die jahrhundertealte japanische Kunst entflammte, aus einer jungen Eibe einen Bonsai.

„Machbar ist alles, was in der Natur auch ist“, berichtet sie vor 18 Hörern. Windgepeitschte Nadelbäume, knorrige Buchen uns selbst kleine Wäldchen. Sie müssen nur bestimmen ästhetischen Gestaltungsprinzipien folgen und natürlich regelmäßig gegossen und gedüngt werden – dann können sie mehrere hundert Jahre alt und sehr wertvoll werden.

Dabei müssen Anfänger nicht viel investieren. Eine beidseitig scharfe Schere ist nötig und Draht in verschiedenen Stärken, alles andere findet sich: günstiger Dünger im Discounter, Nivea-Creme als Schutz für Wunden durch den Beschnitt und ein tönernes Schälchen.

Manchen schönen Bonsai hat Brigitte Graml übrigens schon im Gartenmarkt gefunden in einer hinteren Ecke – weil charaktervoller Wuchs im allgemeinen als Schönheitsmakel gilt.

04/11/2015

Armes Griechenland

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Die Grundregel lautet: Ein Staat finanziert sich durch Steuern und durch Schulden.

Das macht Professor Dr. Thiess Büttner gleich am Anfang klar und schildert dann vor 39 Hörern der Straßenkreuzer Uni in der Heilsarmee, wie Griechenland in die Krise geriet.

Der Volkswirtschaftler fängt bei der starken D-Mark an und bei der Chance, die die Wiedervereinigung und ein gemeinsamer Währungsraum für die europäischen Staaten bot. Als Griechenland 2001 beitrat, hat es zunächst profitiert: Statt 20 Prozent Zinsen auf eigene Schulden musste es im Euro-Raum nur sieben zahlen – und machte weiter Schulden, ehe 2009 eine neue Regierung merkte: Upps, wir sind pleite.

Seither sind Milliarden nach Griechenland geflossen, ein Ende der Krise sieht Professor Büttner nicht. Entweder müsse man zentralisieren – nur die EU darf Schulden machen – oder aber Staaten, die sich verschulden, müssen selbst dafür haften und notfalls eine Staatspleite riskieren.

Aber es geht ja nicht nur ums Geld der Griechen, sondern auch um politische Ziele: die ideelle Einheit Europas, militärische und wirtschaftliche Aspekte, Einwanderung und Grenzschutz, die Rettung der Banken und so weiter. Wer will da den Stab brechen?

29/10/2015

AG Wildwuchs fürs Wohnen

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Das Holz ist grün und krumm. Und daraus sollen Möbel werden? Die Hörer der Straßenkreuzer Uni, die sich für die Arbeitsgruppe „Wildwuchs fürs Wohnen“ entschieden haben, staunen. Aber der Künstler Harald Kienle hat gleich ein paar Stühle mitgebracht, die aus Sammelholz gebaut sind und einen Menschen ganz stabil tragen.

Dabei halten nicht Nägel oder Leim die Sitzmöbel zusammen. Das Holz tut es von selbst: Die Beine sind aus grünem, jungen Holz. Die Löcher für die Querstreben aus abgelagertem Holz schrumpfen beim Trocknungsprozess ganz natürlich und halten bombenfest.

Wie solche Verbindungen gebohrt oder mit dem Stechbeitel gestochen werden, wie Stöcke und Stäbe angespitzt werden – das dürfen die Teilnehmer und Teilnehmerinnen in der Holzwerkstatt des Nachbarschaftshauses Gostenhof gleich ausprobieren.

Das Prinzip ist einfach, sagt Harald Kienle, und die Techniken kann jeder lernen. Hörer Walter Schindler zum Beispiel erlebt gleich beim ersten Treffen, dass seine zwei „linken Hände“ ganz schön was schaffen können. Noch sind Plätze in der Arbeitsgruppe frei.

26/10/2015

Wie wird die Stadt grün?

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Die Rosen blühen noch vorm Schloss Neunhof, die Bäume tragen alle Farben des Herbstes als 18 Hörer der Straßenkreuzer Uni sich im Barockgarten mit SÖR treffen.

Das Kürzel steht für Servicebetrieb Öffentlicher Raum und der ist in Nürnberg für Straßen und Wege, für die Grünanlagen und alle Spielplätze der Stadt zuständig.

„Wie die Stadt grün wird“ erläutern Pressesprecherin Ulrike Goeken-Haidl, Grünplanerin Barbara Kerner und Reiner Beck, der für den Unterhalt im Bezirk Nordwest zuständig ist. Der Park vorm 144Schloss ist ein gutes Beispiel: Die historische Anlage wird aufwendig gepflegt, Bäume müssen geschnitten, der Rasen gemäht und Beete angelegt werden. Jetzt haben auch noch Pilze die Buchs-Arabesken befallen. Was tun?

Möglicherweise muss neu gepflanzt werden. „Wir dürfen verändern – aber wir müssen fragen“, sagen die Experten. Später schildern sie in einer Gaststätte, wie SÖR arbeitet. Sie erzählen beispielsweise, dass ein neuer Baum aus der Baumschule vielleicht 100 Euro kostet.

Bis er aber wächst, addieren sich Anpflanzung, Schnitt und regelmäßigem Gießen in den ersten vier Jahren schnell auf bis zu 3500 Euro.

20/10/2015