Immer her mit dem Grusel

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Ich biete Dir die Kehle dar… So beginnt Robert Gernhardts Gedicht „Bei Vampirs“. Tatsächlich ist der Vampir eines der Hauptmotive des Horrors, neben Zombies, wildgewordenen Dinosauriern und Riesenspinnen. Aber wo kommen diese Monster überhaupt her?

Aus der Nacht, aus der Kindheit und – so erklärt es der Filmjournalist Herbert Heinzelmann vor 29 Hörern der Straßenkreuzer Uni im Eckstein – aus der Wiege der Menschheit.

Der Vampir – der slawische Wortstamm bedeutet „geflügelte Wesen“ – verkörpert gleich mehrere. Nicht Mensch, nicht Tier, nicht mehr lebendig aber auch nicht tot und dabei erotisch durchaus anziehend, regen die Blutsauger die Phantasie auf vielen Ebenen an. Längst ist die Volksmythologie ein Teil unserer Popkultur geworden, wie Filmserien und Bestseller wie die Twilight-Saga beweisen.

Die Angst und auch die Lust an Monstern, sagt Herbert Heinzelmann, „die haben wir in uns“. Was tun? „Die Monster dürfen einen nicht quälen und so lange sie uns einigermaßen unterhalten, spricht nichts dagegen, sich wohlig zu gruseln.“

08/12/2015

Wenn die Welt verzerrt ist

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Alle Brillenträger sind kriminell. Okay, das Beispiel von Ralf Mitschke ist ausgedacht. Aber wer ein solches Vorurteil hegt, wird überall nach dessen Bestätigung suchen – und sie finden. Auch das ist eine Verzerrung, die unser Gehirn mit uns macht.

„Deshalb immer wieder schauen und überprüfen, was einem begegnet“, empfiehlt der Leiter der Mobilen Angebote im „Turm der Sinne“.

Zuvor haben 28 Hörerinnen und Hörer der Straßenkreuzer Uni in dem Hands-on-Museum ihre Wahrnehmung auf die Probe gestellt: Sie sind im schiefen Ames-Raum zu Riesen gewachsen, haben an Duft-Dosen den Geruch- und Geschmackssinn getestet und erfahren, wie einen die Zebra-Wand ins Schwanken bringt.

Dabei haben Ralf Mitschke und seine Kollegin Johanna Leipold die Teilnehmer immer wieder damit konfrontiert, wie die menschliche Wahrnehmung funktioniert, warum das im Lauf der menschlichen Evolution sinnvoll war und wie wir uns täuschen können.

„Meine Sinne lernen nicht dazu, nur ich kann dazulernen“, sagt Ralf Mitschke – etwa, dass wir schneller lesen als denken können und gnadenlos scheitern, wenn wir sagen sollen, welche Farbe das Wort „gelb“ in blauer Schrift hat.

01/12/2015

Ort der Weltgeschichte

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Nicht Rache üben wollten die Alliierten, als sie 1945 die führenden Männer des Nationalsozialistischen Staates vor Gericht stellten.

Vielmehr sollte in den Nürnberger Prozessen die Schuld am Angriffskrieg, Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit in einem regulären Gerichtsverfahren festgestellt werden.

Henrike Claussen, die Leiterin des Memorium Nürnberger Prozesse, zitiert bei ihrer Führung für 24 Hörer der Straßenkreuzer Uni den amerikanischen Chefankläger Robert H. Jackson: „Dass vier große Nationen (…) ihre gefangenen Feinde freiwillig dem Richtspruch des Gesetzes übergeben, ist eines der bedeutsamsten Zugeständnisse, das die Macht jemals der Vernunft eingeräumt hat.“

Wer die Angeklagten waren, wie das Verfahren ablief und vor allem welche Linien von Nürnberg zum Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag führen, erfuhren die Teilnehmer am historischen Ort. Sogar den Verhandlungssaal, der noch heute als Schwurgerichtssaal dient, konnten sie besichtigen.

25/11/2015

Smoothies selbst machen

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Das samtige Gefühl im Mund hat den Smoothies ihren Namen gegeben. Ansonsten bestehen die trendigen Muntermacher aus dem Mixer vor allem aus Obst und Gemüse.

Beim Workshop mit AOK-Ernährungsberaterin Christine Filmer konnten 20 Hörerinnen und Hörer der Straßenkreuzer Uni in der Evangelischen Familienbildungsstätte jede Menge Rezepte ausprobieren.

Sie rührten Himbeeren, Mango, Ananas und viele Bananen, die für cremige Konsistenz sorgen, aber auch Salat und Spinat in ihre Smoothies.

„Das hat Ihre Phantasie offensichtlich angeregt“, lobte Christine Filmer. Denn auch Curry und Cayennepfeffer und sogar ein Beutel Pfefferminztee vervollständigten die Geschmacksnoten. Alle Kreationen wurden bei der anschließenden Probierrunde verkostet. Das kam an!

Besonders gefallen haben den Mit-Machern „die Lebendigkeit durch das eigene Mitwirken und die gute Erklärung“, die „Vielfalt des Geschmacks“ und „das Farbige“.

18/11/2015

Was hat Nürnberg von Europa?

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Wenn sich Barbara Sterl über eines ärgert, dann ist es der Gedanke, in Europa würde von oben nach unten durchregiert. „Das ist nicht so, das ist mir wichtig“, sagt die Leiterin des Europabüros von Nürnberg.

Jeder und jede der 506 Millionen EU-Bürger und Bürgerinnen, die wählen dürfen, hat eine Stimme und entsendet mit ihr Abgeordnete nach Brüssel.

Was die wiederum beschließen, beeinflusst  die 28 Nationalstaaten der Europäischen Union, 16 deutsche Bundesländer und natürlich die Kommunen. Barbara Sterl nennt vor 18 Hörern der Straßenkreuzer Uni im Karl-Bröger-Zentrum Zahlen und Beispiele.

So flossen von 2007 bis 2013 sind 17,6 Millionen Euro nach Nürnberg und haben 135 Projekte mit einer Gesamtinvestition von über 42 Millionen Euro angestoßen. Darunter die Renovierung des Z-Baus, Bodensanierung, Ausbildung von Jugendlichen und die Aufklärung von Vertretern religiöser Gemeinschaften und ein Schüleraustausch von Sigena-Gymnasiasten mit Spanien, Finnland, Rumänien und Dänemark.

Wenn sie dabei neue Freunde finden, ist das ein Erfolg. „Ganz ehrlich, darum geht’s auch“, sagt Barbara Sterl, „andere kennenlernen, Freunde finden.“ Auch das stärkt Europa und unseren Frieden, der schon 70 Jahre lang währt.

10/11/2015