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Gehen müssen, bleiben dürfen

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„Ich bin plötzlich gut“, staunt Anna Büllesbach, „ich komme nicht aus einem Land der Verbrecher, sondern aus einem, das Vorbild ist weltweit.“

So beschreibt die Leiterin des Nürnberger Büros des Flüchtlingshilfswerk UNHCR die Reaktionen, die Kollegen aus aller Welt ihr entgegenbringen.

Deutschland ist Musterland für den Umgang mit Asylsuchenden und Flüchtlingen. Eine Million kamen im vergangenen Jahr. „Wir sind verpflichtet, diesen Menschen zu helfen“, sagt Anna Büllesbach. Rechtlich wie moralisch.

Vor 40 Hörern der Straßenkreuzer Uni, die im Konferenzsaal des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge Platz genommen haben, rückt sie die Fakten gerade. Dass die Mehrzahl der Flüchtlinge weltweit im eigenen Land heimatlos ist oder in Lagern in Anrainerstaaten lebt, nur ein Zehntel der Menschen aus Not- und Kriegsgebieten überhaupt erreicht die Industriestaaten.

Sie erklärt, nach welchen Kriterien über Asylanträge entschieden werden und diskutiert darüber, was mit den Verantwortlichen für Vertreibung und Völkermord geschehen muss oder was die UNO beispielsweise im Fall von Syrien erreichen kann.

„Man darf nie die Verhandlungen aufgeben“, sagt Expertin und plädiert für eine realistische Einschätzung und eine zuversichtliche Haltung.

07/01/2016