Wenn Spielen zur Sucht wird

uni04112014

Eine Achterbahn der Gefühle löst das Spielen in Menschen aus, die süchtig danach sind. Eben noch fühlen sie sich unbesiegbar, kurz darauf sind sie am Boden zerschmettert!

So schildert Thomas Bauer, der die Fachstelle Glücksspielsucht bei der Stadtmission leitet, die Seelenlage seiner Klienten vor 35 Hörern der Straßenkreuzer Uni im Christine-Kreller-Haus.

Dabei geht es den Spielern nicht in erster Linie ums Geld, sondern viel mehr um die emotionale Spannung und die Ablenkung vom Alltag.

Durchschnittlich acht Jahre dauert es, bis Süchtige erstmals eine Beratungsstelle aufsuchen. Oftmals sind sie nicht nur in finanziellen Nöten, sondern haben den Kontakt zu Familie und Freunden aufs Spiel gesetzt und leiden unter Schuldgefühlen und Scham. Das geht bis hin zu Suizid-Gedanken.

Wie man davon wegkommt? Mit ambulanter Therapie oder einem stationären Aufenthalt und der Distanz zum Spiel. Dauerhaft spielfrei wird nur, wer sein Leben ändert, sagt Thomas Bauer, „aber es sind gar nicht die Lebensumstände, sondern die innere Haltung zu sich selbst.“

04/11/2014

Mehr als ein Spiel

uni_28102014

Ein Jahr für sechs Tage – so lange organisieren die Mitarbeiter der Spielwarenmesse, bis das Nürnberger Großereignis steht.

Was dazu alles gehört, erklärte Pressechefin Kyra Mende 21 Hörern der Straßenkreuzer Uni im Messezentrum in Langwasser. Eine Vorstellungstour durch 21 Länder beispielsweise und natürlich ein Thema, das 2015 Lifestyle heißen wird – denn Kinder wollen heutzutage trendig sein.

Das muss im Vorfeld kommuniziert (120 Länder, 20 Sprachen) und vorbereitet werden, denn bereits am 30. April ist Anmeldeschluss fürs folgende Jahr. Für die Aussteller gibt es sogar Wartelisten, obwohl immer zehn Prozent Neue vertreten sind und die Messe stetig wächst.

75.000 Fachbesucher kamen heuer, normales Publikum hat keinen Zutritt. Warum eigentlich? „Stellen Sie sich vor, Sie wären inmitten tausender Spiele und Spielzeuge. Was tun Sie?“, fragt Kyra Mende. Spielen natürlich. Dafür aber reicht der Platz nicht aus, alle Hallen sind dicht belegt. Die Vorbereitung für die nächste Spielwarenmesse läuft bereits…

28/10/2014

Am liebsten die Menschen

uni_24102014

Schwierigkeiten? Rupert Neudeck schaut auf die Uhr. „Wie viele Tage geben Sie mir, um davon zu erzählen?“, fragt er in die Runde von 66 Hörern der Straßenkreuzer Uni in der Heilsarmee.

Weder die widerstrebende Bundesregierung, noch Bürokratie oder Geldsorgen haben den Gründer von „Cap Anamur/Deutsche Notärzte e.V.“ 1979 abhalten können, mehr als 11.000 vietnamesische Bootsflüchtlinge aus dem Meer zu fischen.

Wie es dazu kam? „Ich habe diese Bilder damals einfach nicht ausgehalten“, sagt der 75-Jährige. Vielleicht, weil er als Kind im Krieg aus Danzig fliehen musste. Seine Familie verpasste das Ablegen der Wilhelm Gustloff um ein Haar – und überlebte. Denn das Schiff wurde von U-Booten versenkt, 9000 Passagiere starben.

Bei seinem Einsatz für Notleidende in aller Welt hat Rupert Neudeck eines gelernt: Mitunter muss man lügen und manchmal Verbotenes tun, um Menschen zu retten. Warum er das macht? Rupert Neudeck schildert das 35-jährige Jubiläum der Cap Anamur im Hamburger Hafen, bei dem 5000 Vietnamesen die deutsche Nationalhymne anstimmten. „Das hat mich zu Tränen gerührt.“

Er erinnert auch an die Heimkehr des Schiffes 1982, als Schulklassen den Geretteten entgegenfuhren und man ihnen mit Blumen einen königlichen Empfang bereitete. „Ich wünsche mir auch heute, dass wir nicht vergessen, mit welcher Last Flüchtlinge hier ankommen.“

24/10/2014

Wer weiß es?

uni_22102014

Die leichteste Frage – war ausgerechnet die nach „Was bin ich?“. Das Fernsehquiz kennt in Deutschland wirklich jedes Kind, ebenso Gastgeber Robert Lembke mit seinem Schweinderl.

Kevin Dardis aber stammt aus Irland und konnte das nicht wissen. Dabei ersinnt „Big Kev Murphy“ für seine Kneipenquizze täglich drei bis vier Stunden neue Frage, insgesamt 1000 pro Jahr.

„Das hat mein Leben kaputt gemacht“, sagt er. Keine Werbetafel, kein Film, kein Gespräch in dem er nicht nach möglichen Fragen sucht. Und wer macht mit? „Klugscheißer, Besserwisser – und jede Menge Leute, die einfach Spaß daran haben, einen Abend miteinander zu verbringen.“

In Vierergruppen hirnen sie über Literatur und Kunst, Geographie und Politik, Sport und alle möglichen Spezialgebiete. Beim Thema „Stricken“ waren Landfrauen in Gunzenhausen so richtig in Wallung gekommen, erzählt Kevin Dardis. „Es gab Tumulte!“

In der Wärmestube, wo sich 30 Hörer der Straßenkreuzer Uni der Quiz-Manie hingaben, wechselten sich triumphale „Ja“-Rufe und enttäuschte „Nnnggh“-Laute ab. Erraten werden sollten Knochen, Märchen, Heilige und vieles andere – und der Quizmaster spendierte den Schlauesten seine Quiz-Bücher als Preis.

22/10/2014