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Liebesdienst oder Sexarbeit

uni13012015

Sex ohne Liebe, das ist verpönt, da ist die gesellschaftliche Moral sehr konservativ. Abwertung trifft besonders Prostituierte, die laut Definition „sexuelle Handlungen wiederholt gegen Entgelt“ vornehmen.

Dabei stehe der Geschlechtsakt oft gar nicht im Mittelpunkt, erzählt Bärbel Ahlborn von der Selbsthilfeorganisation Kassandra e.V. vor 38 Hörern der Straßenkreuzer Uni im Südstadtforum.

Körperkontakt und Nähe sind ebenso wichtig: „Das ist ein menschliches Grundbedürfnis.“ Trotzdem sind die Rollen eindeutig verteilt: Mit wenigen Ausnahmen sind Männer die Kunden, fast alle Prostituierten Frauen.

In Nürnberg haben sich die meisten der 1200 Sexarbeiter/innen frei für diesen Beruf entschieden, sagt Ahlborn, auch wenn Zwangsprostitution in den Medien großes Thema ist.  Die Hörer fragen eifrig: Wie sind Clubs und Bordelle organsiert? Welche Eigenschaften muss jemand mitbringen, um als Prostituierte/r zu bestehen? Wie schaut es mit der sozialen Absicherung aus?

Bärbel Ahlborn antwortet offen und bringt Insiderwissen ein. Übrigens: Prostitution wird immer seltener als „Liebesdienst“ verklärt, der nüchterne Begriff „Sexarbeit“ setzt sich durch. Aber, mahnt die Sozialmanagerin: „Prostitution ist keine Arbeit wie jede andere. Ich kenne keine andere Arbeit, bei der man sich so intim begegnet.“

13/01/2015