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Falscher Verdacht

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Die Freiheit ist für Adem Can das wichtigste Gut. Denn der 26-Jährige aus Kitzingen hat erfahren müssen, was es heißt, sie zu verlieren. Vor 24 Hörern der Straßenkreuzer Uni erzählt er im Eckstein seine Geschichte:

Von einem Augenblick auf den anderen war er Verdächtiger, saß wochenlang in Untersuchungshaft und wurde nach Belgien überstellt.

Der Gründer mehrerer Tanzschulen und einer Eventagentur sollte der mit internationalem Haftbefehl gesuchte Kopf einer Betrügerbande sein, die vom Nachbarland aus operierte – bis sich herausstellte, dass er Opfer einer Verwechslung war.

Da hatte Adem Can in drei Wochen schon ein halbes Dutzend Gefängnisse von innen gesehen, Leibesvisitation und Morddrohungen erdulden müssen, hatte tausende Euro für Anwälte ausgegeben und fürchtete um seinen Ruf.

Als ihn die Täter und angeblichen Komplizen bei einer Gegenüberstellung nicht identifizieren konnten, sagte die Polizei nur: Oh, tut uns leid, Sie dürfen wieder hinaus.

„Es war ein Schicksalsschlag“, sagt Adem Can. Dass es so lange dauerte, bis seine Unschuld erwiesen war, dass er in den Verhören unsicher wurde – das erschüttert ihn noch heute.

15/11/2013