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Wie frei macht Demokratie?

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Liebe Kommilitoninnen, liebe Mitstreiter! So demokratisch beginnt Prof. em. Gotthard Jasper seinen Vortrag über Freiheit.

Politik, sagt er, sei immer Kompromiss und zugleich das Produkt freier Zustimmung – wenn sie demokratisch ist. 1934 geboren machte er ganz andere Erfahrungen:

Er erlebte das nationalsozialistische Regime und den Krieg, schon als Kind fühlte er bei Kriegsende: „Man war frei!“ Und sei es nur, dass man Witze erzählen konnte ohne sich zuvor nach rechts und nach links umzuschauen.

Heute genießen wir Deutsche die Freiheit vom Staat und Teilhabe am Staat,  die Jasper mit der französischen Revolution, dem englischen zwei-Parteien-System oder den Schwächen der Weimarer Demokratie vergleicht.

In der regen Diskussion wollen 21 Hörer der Straßenkreuzer Uni, die bei der Caritas in der Straßburger Straße zu Gast waren, beispielsweise wissen: Wie ist das mit der EU und dem Grundgesetz? („Eines der ganz großen Probleme.“) Sollte es mehr Volksentscheide geben? („Auf Bundesebene werden sie zu parteiorganisierten Veranstaltungen.“) Und wie ist der Gang vors Verfassungsgericht zu bewerten? („Eine Art Flucht.“) Trotz solcher Reibungspunkte bilanziert Gotthard Jasper: „Demokratie ist die vernünftigste, chancenreichste, kontrollierbarste und korrekturfähigste Verfassungsform.“

20/11/2012