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Was ist schön?

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Lauter nackte Weiber hatte Dr. Thomas Heyden augenzwinkernd angekündigt. An Bildern vom nackten weiblichen Körper demonstrierte der Oberkonservator des Neuen Museums den Wandel des Schönheitsbegriffes in der Kunst.

22 Hörer der Straßenkreuzer Uni erfuhren im Haus Großweidenmühle, dass die nackte Frau über Jahrtausende das Sinnbild für Schönheit, ja für Vollkommenheit war.

Bekanntestes Beispiel ist die „Geburt der Venus“ aus der Muschel von Sandro Botticelli. Doch in den vergangenen 500 Jahren hat sich der künstlerische Blick dramatisch verändert: Die selbstvergessenen Schönen werden selbstsicherer, statt Allegorien liegen bald leibhaftige Frauen auf den Ottomanen. Nicht mehr nackt, sondern  ausgezogen.

Später zerstückeln die Kubisten den Frauenkörper, in den 60er Jahren drücken Künstlerinnen ihren Gesellschaftsprotest über Nacktheit aus und die Popart spiegelt die Vermarktung des Körpers in der Werbung. Ein weiter Weg. Immer noch stammen nur 5 Prozent der Kunstwerke in Museen von Frauen, aber 85 Prozent der Nackten auf  Gemälden sind Frauen.

17/01/2012