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Ab unters Messer

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Wer schön sein will … legt sich immer häufiger unters Messer. 2011 wurden 630 000 ästhetische Operationen durchgeführt.

Diese Zahl ist aktuell, das Phänomen uralt – wie Dr. Katrin Merz, Assistenzärztin an der Plastischen- und Handchirurgischen Klinik in Erlangen, erklärte.

Schon vor 3000 Jahren wurden in Indien Nasen rekonstruiert und im 19. Jahrhundert die Hautverpflanzung möglich, auch die verheerenden Verletzungen des ersten Weltkriegs trieben die ärztliche Kunst voran. Wobei nur ein Teil der Eingriffe der „Schönheit“ dient, meist geht es um Beweglichkeit und den Erhalt von Gliedmaßen.

Beispiele zeigte Katrin Merz den 20 Hörern der Straßenkreuzer Uni im Südstadtforum im Bild: Abgetrennte Hände, die wieder funktionieren; verpflanzte Zehen, die Daumen ersetzen; und Unterschenkel, die nach Unfällen oder Tumoren hätten amputiert werden müssen, wenn nicht Gewebelappen aus anderen Körperstellen die tiefen Wunden geschlossen hätten.

Dazu arbeiten die Plastischen Chirurgen mit Instrumenten, die feiner sind als die eines Uhrmachers und sie nähen mit Fäden, die dünner sind als Haare. Wie das geht? Mit dem Blick durch Mikroskope, die Nerven und Blutbahnen 40fach vergrößern, und natürlich einer ruhigen Hand.

10/01/2012