Fest zum Abschluss des Wintersemesters

RTEmagicC_uni_fest_02_2011.jpg

Das Wintersemester 2010/11 war wunderbar! Die Straßenkreuzer Uni hatte 435 Hörer, davon haben die Hälfte zum ersten Mal  teilgenommen.

Das kostenlose Angebot der „Bildung für alle“ findet inzwischen viele Stammhörer, 56 von ihnen konnten beim Semesterabschlussfest mit einer Urkunde für den Besuch einer kompletten Reihe ausgezeichnet werden.

Die Themen Geld, Weihnachten und soziale Gerechtigkeit hat die Straßenkreuzer Uni mit insgesamt sieben Vorträgen und drei Lehrfahrten ausgeleuchtet, dazu kam – unter dem Titel „Genuss und Gift“ – eine Führung im Botanischen Garten Erlangen und drei Arbeitsgruppen. Mach dir ein Bild, forderten sie auf oder animierten zum Schreiben japanischer Haiku.

10/02/2011

Wo fängt Diskriminierung an?

RTEmagicC_uni_01022011.jpg

Ohne irgendeinen Unterschied sollen Menschen behandelt werden, so steht es in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Rechte und Freiheiten gelten für alle – das verlangt gleicht der zweite ihrer 30 Artikel.

Was das bedeutet, erklärte Michaela Lissowsky vom Menschenrechtszentrum den 26 Hörern der Straßenkreuzer Uni vor der zugehörigen Säule in der Straße der Menschenrechte.

Aber wie ist das im Alltag? Jeder hat schon einmal Diskriminierung erfahren – oder einen anderen beleidigt und verletzt. Denken Sie mal nach!, animiert die Politikwissenschaftlerin später im Vortragssaal des CVJM am Kornmarkt. Beherzt wirbt sie dafür, dass sich jeder gegen Benachteiligung einsetzt.

Schon im Alltag, in der U-Bahn oder in der Firma. Indem er die Beobachterrolle verlässt und sich einmischt: Das kann ein kesser Spruch sein oder ein Notruf übers Handy, man kann sich an den Vorgesetzten wenden, Anzeige bei der Polizei erstatten – oder die Vorkommnisse beim Menschenrechtszentrum oder Amnesty International melden.

01/02/2011

Wer sorgt für soziale Gerechtigkeit?

RTEmagicC_uni_260111.jpg

Gerechtigkeit beginnt beim Briefkasten, das wird bei dieser sehr lebendigen Führung mit Richter Günter Merkel durch das ehrwürdige Sozialgericht sofort klar.

Unten am Eingang kann jeder Bürger mit Wohnsitz Mittelfranken sein Anliegen in Schriftform einwerfen. Taggenau wird das registriert.

Noch besser: Wer sich nicht sicher ist, wie ein Schreiben formuliert werden soll, dem wird gern vor Ort geholfen – und das komplette verfahren ist umsonst. So kann sich jeder Bürger ermutigt fühlen, gegen den Staat zu kämpfen, wenn bei seiner Rente, bei Sozialhilfe, Hartz IV, Elterngeld, Pflege oder einer sonstigen sozialen Versicherung oder Versorgung seiner Meinung nach etwas nicht passt.

Richter Merkel ist einer von 20 Richterinnen und Richtern am Sozialgericht Nürnberg – und mit ihm geht die mit 32 Personen viel zu große, aber enorm interessierte Gruppe nun zur Posteingangsstelle, wo jedes Schreiben ein Aktenzeichen bekommt, dann weiter in die Geschäftsstelle, wo es zusammen mit eventuellen Gutachten und Attesten in einen farbigen Ordner verpackt und dann dem zuständigen Richter gegeben wird. Günter Merkel sorgt sich um die Pflege-Fälle und seine Akten sind gelb.

Über 200 bekommt er jedes Jahr. Kein Wunder, dass genaues Lesen eines Richters Hauptbeschäftigung ist. Insgesamt gingen 2010 über 7300 Vorgänge am Sozialgericht ein, die meisten handeln von Hartz IV. Am Ende zieht Richter Merkel im Sitzungssaal seine Robe an und verkündet die Entscheidung: unser fiktiver Pflegefall erhält keine Pflegestufe 1. So will es das Gesetz, ob das gerecht ist, darüber könnten die Hörer noch stundenlang mit Günter Merkel diskutieren.

26/01/2011

Worum geht’s im Sozialrecht?

RTEmagicC_uni_180111.jpg

Man müsste nur lesen: Denn im 1583 Seiten dicken Sozialgesetzbuch, da steht alles drin. Jura-Professor Steffen Klumpp hält den Wälzer, Gott sei Dank, nur hoch und spricht lieber über die Grundsätze eines sozialen Staates.

Aber was ist überhaupt sozial?, fragt er. Die Definition ist nicht eindeutig, der rechtliche Spielraum groß.

Im Grundgesetz steht nur, dass Deutschland „ein demokratischer und sozialer Bundesstaat“ ist und die Würde des Menschen „unantastbar“. Was das konkret heißt, ist auch von der Kassenlage abhängig. „Sozialsein kostet“, sagt Klumpp vor den 32 Hörern der Straßenkreuzer Uni im Südstadtforum.

Das betrifft zum Beispiel den Hartz IV Regelsatz, über dessen Berechnung und Höhe die Politik gerade streitet. Aber auch für das Prinzip der Krankenkassen, wo viele Gesunde für die Kranken einstehen.

18/01/2011

Wie schreibt man Haiku?

RTEmagicC_uni_12012011.jpg

Ge-nau sieb-zehn Sil-ben – Die Regeln des Haiku sind einfach, aber streng: Fünf Silben in der ersten Zeile, dann sieben und nochmal fünf.

Die Gedichtform entstand im 16. Jahrhundert in Japan, wo jeder dichtet – vom Bauarbeiter bis zum Kaiser. Auch die Hörer der Straßenkreuzer Uni haben jetzt damit begonnen.

Im Haiku-Workshop von Waldemar Graser haben 22 Menschen im Haus Domus Misericordiae der Caritas die Regeln erkannt, nach Worten gesucht und Gedichte gefunden. Zum Beispiel: Schnee auf den Straßen / bringt Kälte und Eiskristalle / ich bin ausgerutscht.

12/01/2011