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Ewiges Kommen und Gehen

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Die ökologische Nische darf man sich nicht vorstellen wie ein Vogelhäuschen.

Vielmehr hängt das Entstehen und Bestehen einer Art von einer Reihe von Bedingungen ab, sagt der Biologe Dr. Jürgen Schmidl: von Nahrungsangebot, Licht, Temperatur und der Struktur der Landschaft – und den Eigenschaften der jeweiligen Art.

26 Hörer der Straßenkreuzer Uni lauschen im Haus Domus Misericordiae konzentriert, was der Wissenschaftler der Universität Erlangen-Nürnberg über Evolution und Klimawandel berichtet. Inseln beispielsweise sind ein Brennglas für das Zusammenspiel von Umwelt und Artenvielfalt. Je größer und älter eine Insel ist, desto mehr Arten gibt es.

Auch die Nähe zum Festland spielt eine Rolle: je isolierter, desto weniger Arten. Hier schlägt der Forscher einen Bogen nach Deutschland: Der einseitige der Anbau von Feldfrüchten, Stichwort Vermaisung, und immer größere Flächen oder die Zersiedelung bewirken, dass viele Insekten ihre Nahrung nicht mehr finden oder die Entfernungen nicht überbrücken können.

„Wir haben Gefährdungsgrade von 30 und 50 Prozent“, sagt Schmidl, der über Käfer forscht. Schlimm? Schon! Denn die Artenvielfalt ist nicht zuletzt ein Reservoir für menschliche Nutzung, etwa in der Medizin. Wasserkäfer beispielsweise scheiden Hormone aus, die in der Antibabypille gebraucht werden.

21/06/2016