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Das Pfand in der Faust

uni04052015

Schnell an Geld kommen, das kann man im Leihhaus. Schmuck, Gold und Silber oder Uhren können am Unschlittplatz verpfändet werden – für drei Prozent Gebühr pro Monat.

Wie wird der Wert geschätzt? Erkennen die Mitarbeiter auch eine gefälschte Rolex? Was ist, wenn ein Pfand nicht abgeholt wird?

Die 26 Hörer der Straßenkreuzer Uni löchern Wolfgang Jeske, den Geschäftsführer des Leihhauses, mit Fragen. Zuvor hat der einen Blick in die Geschichte geworfen: Früher gab es in jeder Stadt ein öffentliches Leihhaus, denn das Bankwesen war noch nicht entwickelt – und wer kurzfristig Geld brauchte, versetzte eben seine Maurerkelle oder das Spinnrad.

Noch heute ist das Pfand in gewisser Weise besser als ein Kredit, denn die Schulden können sich nicht haushoch türmen. Im schlimmsten Fall ist das Pfand weg. „Mitleid haben sie nicht?“ fragt ein Hörer. Wenn das Herz eines Kunden sehr an einem Stück hängt, sagt Wolfgang Jeske, schiebe er die Versteigerung schon einmal auf.

Aber spätestens nach neun Monaten kommt es, so will es das Gesetz, unter den Hammer. Was dabei keinen Liebhaber findet, fällt ans Leihhaus und liegt irgendwann in den Vitrinen des Altstadtjuweliers zum Verkauf.

04/05/2015