Herzlich willkommen bei der Straßenkreuzer Uni

Auf dieser Seite informieren wir über den Verlauf des aktuellen Semesters.  Wir wünschen viel Vergnügen beim Lesen und hoffen auf Ihre Neugier: Kommen Sie zur Straßenkreuzer Uni, erweitern Sie Ihren Horizont.

Das gesamte Programm finden Sie hier als .PDF Download

Liebe Hörerinnen und Hörer,

wir haben wieder keine Mühen gescheut, um ein abwechslungsreiches und spannendes Wintersemester auf die Beine zu stellen. 

Die Straßenkreuzer Uni begibt sich dieses Mal gleich zu Beginn des Wintersemesters in die Welt der Schwerverbrechen und bekommt exklusiv das Nürnberger Zellengefängnis gezeigt. Wir gehen der Frage nach, was es braucht, um Menschen in unsere Gesellschaft zu integrieren. Außerdem schauen wir, welchen Einfluss Plastik auf unser Leben hat und erleben den Zirkus Flic Flac hautnah. Wir trainieren uns in Gewaltfreier Kommunikation und lernen, die guten Seiten in uns besser zu schätzen. 

In der Reihe: Die Schwere der Schuld erfahren die Hörer, ob das Böse angeboren ist und es den typischen Verbrecher wirklich gibt. Wir werden sehen, wie ein Richterspruch entsteht und was genau ein forensisches Gutachten ist. Dazu untersuchen wir, welche unterschiedlichen Gerichtsurteile es überhaupt gibt und was sie bedeuten. 

Im Winter sehen wir, wie Einfach dazugehören gelingen kann. Wir besuchen die Nürnberger Heroes und werden über das Leben junger Deutscher sprechen, deren Eltern aus anderen Teilen der Welt kommen. Es interessiert uns, welche unterschiedlichen Wege sie genommen haben, um sich zu integrieren, aber auch welche Schwierigkeiten es gab. Welcher Diskriminierung viele in Deutschland ausgesetzt sind, darüber reden wir mit Experten für Menschenrechte.   

Das 18. Semester wartet natürlich auch mit einem sehr aktuellen Thema auf: „Plastik kommt nicht in die Tüte!”  sagen wir und klären auf, wo Plastik überall drin ist, wie man es vermeiden kann beim Einkaufen und wie es recycelt wird. Auch in die Zukunft der Plastikherstellung werfen wir einen Blick aus chemischer Sicht.  

Auf Lehrfahrt begeben wir uns weit zurück in die Nürnberger Geschichte und besichtigen das Nürnberger Zellengefängnis. Zur Weihnachtszeit besuchen wir im Spezial So ein Zirkus! den Zirkus Flic Flac bei der Generalprobe und danach dürfen wir einen Blick hinter dessen Kulissen werfen.  Als Fortsetzung des Workshops im letzten Semester üben wir uns in Gewaltfreier Kommunikation bei “Wir sollten weiter reden”. Im zweiten Workshop “Was ich will” lernen wir, die positiven Seiten an uns zu erkennen und mit einem “Mensch, ich mag mich” durch die Welt zu gehen.  

Insgesamt bietet die Straßenkreuzer Uni im Wintersemester 14 Veranstaltungen an. Sie richten sich in erster Linie an arme, arbeits- und obdachlose Menschen, sind aber für alle Interessierten offen. Dass dieses besondere Bildungs-Projekt weiterhin kostenlos sein kann, verdanken wir der finanziellen Unterstützung großzügiger Förderer und Kooperationspartner. 

Aber auch ohne ihre Hörer wäre die Straßenkreuzer Uni arm dran: Wir laden Sie herzlich ein, schauen Sie mal rein!

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Straßenkreuzer Uni: Ein Hoch auf das beste Semester

Ein Hoch aufs beste Semester – Mit 451 Hörern in 14 Veranstaltungen geht das Wintersemester 2018/19 als das bislang erfolgreichste in die nunmehr neunjährige Geschichte der Straßenkreuzer Uni ein. Das Abschlussfest mit Hörern, Dozenten, Partnern und Unterstützern wurde traditionell in den Räumen der Heilsarmee Sozialwerk gefeiert, der größten Einrichtung für Wohnungslose in Nordbayern. Justizpressesprecher Friedrich Weitner, der im Rahmen des sehr gut besuchten Themenkomplexes „Die Schwere der Schuld“ als Dozent den Weg zur Urteilsfindung erklärt hatte, überreichte 50 Urkunden an besonders engagierte Teilnehmer. Straßenkreuzer-Vorstand Walter Grzesiek konnte zuvor in seiner kurzen Ansprache rund 80 Gäste begrüßen. Michael Feuerlein, Sozialpädagoge bei der Heilsarmee, betonte in seiner Hörerrede, wie sehr die Straßenkreuzer Uni helfe den Horizont zu erweitern. Die „Mochas“ spielten feine Balladen, unter der souveränen Regie von Heilsarmee-Majorin Marie-Luise Schröder bedienten sich rund 70 Gäste an tollen Suppen, belegten Brötchen und Blechkuchen (gespendet von Der Beck). Ende April startet die Straßenkreuzer Uni ins Sommersemester.  

 

Ein_Hoch_auf_das_Semester_1
02/02/2019

Straßenkreuzer Uni: Aus Abfall wird Kunststoff

Heute besuchen die 19 Teilnehmer zur letzten Veranstaltung des Semesters das Müll-aufbereitungszentrum der Grünen Engel. Der Vertriebsleiter Florian Lankes und der Marketing Chef Martin Thieme begrüßen uns und zeigen auf, was auf dem 14 Hektar großen Gelände alles recycelt wird. Hier wird Elektroschrott sortiert, Holz wiederaufgearbeitet, Papier gewaschen und für die Neuproduktion wiederaufgewertet. Sie berichten, dass sie 50% mehr Kunststoffe verarbeiten als noch im Jahr 2000. Und dass es 9 Aufbereitungsanlagen, eine eigene LKW-Werkstatt und ein großes Bürogebäude gibt. Wichtig für die Anlage direkt hier im Hafenbecken sind die kurzen Transportwege. Die 900 000 Tonnen Abfälle, die bei den Grünen Engeln sortiert werden, kommen aus Nürnberg, Baden-Württemberg, Hessen, Österreich und Italien über den Hafen und mit LKWs. Früher wurde derartiger Müll auf Deponien gelagert, seit 2005 ist es verboten, brennbare Abfälle so zu verschaffen. Nun landen diese Abfälle bei den Grünen Engeln und werden hier für die Herstellung von Parkbänken, Tischen und Recycling-Baumaterialien verarbeitet. 

Text: Sandra Dichtl 
Fotos: Barbara Kressmann und Walter Schindler
23/01/2019

Straßenkreuzer Uni: Wir sollten weiter reden

Heute Nachmittag geht es um das kleine Wörtchen „muss“ in dem Workshop von Pierre Boisson zum Thema: Gewaltfreie Kommunikation. Die 28 Teilnehmer sind eingebunden und aufgefordert zu erzählen, was die Benutzung dieses Wortes in Sätzen wie: Ich muss meine Wohnung aufräumen“ in ihnen auslöst. Druck, Zwang, Pflicht und Forderung sind die Antworten. Alles, was man mit dem Wort MUSS unterlegt, kann keinen Spaß machen und ist nicht freiwillig. Wie können wir also ohne dieses zwangbelastete Wort in unserer Sprache auskommen? Alles was wir tun, sagt Boisson, tun wir aufgrund verschiedener Bedürfnisse. Das heißt, wenn wir aufräumen ist das eine Strategie für das Bedürfnis Ordnung. Uns bewusst zu machen, dass wir uns für Ordnung entschieden haben, können wir in unsere Formulierung einbauen. Wir können also sagen: „Ich entscheide mich, meine Wohnung aufzuräumen, weil es mir wichtig ist, Ordnung zu haben“Falls das Aufräumen dann immer noch keinen Spaß macht, rät Boisson, es mit Musik zu unterlegen oder mit der Familie zusammen aufzuräumen. Das probieren wir jetzt mal aus!

Text: Sandra Dichtl 
Fotos: Barbara Kressmann und Walter Schindler
23/01/2019

Straßenkreuzer Uni: Flic Flac

Den Zirkus besuchen! Das gehört für viele zur Vorweihnachtszeit dazu. 46 unserer Hörer haben nun die Möglichkeit, die Artisten des Flic Flac Zirkus zu bewundern. In dem großen Zelt gibt es laute Musik, eine bezaubernde Lichtshow, viel waghalsige Artistik und lustige Clowns. Für die meisten Zuschauer ist die Motorradnummer wohl die aufregendste. Denn aus einem Eingang kommen mit einem Mal Motorradfahrer mit ihren Maschinen geschossen, fliegen mehr als 20 Meter über die Manege, um am anderen Ende auf einer Rampe wieder abzutauchen. Oder die Hochseilartisten, die sich am Trapez gegenseitig fangen und mit Salti von einer Seite zur anderen schwingen. 

Die Bilder der Vorstellung noch im Kopf, treffen wir im neuen Jahr Frau Rott, die Pressesprecherin des Zirkus. Sie führt uns hinter die Kulissen. Wir können die Garderoben der Künstler sehen, erfahren etwas über den Aufbau des Zeltes und die Technik vor Ort. Die Uni- Zuhörer haben viele Fragen zur Choreografie, zu den Künstlern und den Besonderheiten des Flic Flac. Es ist ebenso aufregend, Zirkus mal aus einer anderen Perspektive erleben zu dürfen und der Arbeit, die hinter einer solchen Show steckt, nachzuforschen.

Text: Sandra Dichtl 
Fotos Barbara Kressmann und Walter Schindler
15/01/2019

Strassenkreuzer Uni: Eine Zukunft ohne Erdöl

Heute sitzen 23 Hörer in einem Raum der Technischen Hochschule Nürnberg und lauschen dem Werkstoffwissenschaftler Dr. Jens Helbig. Er forscht im Bereich umweltverträglicher Kunststoffe und zeigt uns auf, dass Plastik überall in unserem Alltag Einzug gehalten hat. Getränke, Medikamente und Süßigkeiten sind in Plastik verpackt, Autos, unsere Kleidung und medizinische Produkte bestehen zu einem großen Teil daraus. Da Kunststoffe aus Erdöl gewonnen werden und dieses nicht unendlich verfügbar ist und die Entsorgung von Plastik Probleme verursacht, braucht es alternative Lösungen. Helbig sagt in seinem Vortrag, dass das meiste Plastik in Asien verwendet werde, wir in Deutschland mit 16 Mio. Tonnen (2013) aber auch einen sehr hohen Verbrauch hätten. Nun seien die Kunststoffe aber sehr unterschiedlich in ihrer chemischen Zusammensetzung und müssten deshalb nach ihrer Verwendung auch unterschiedlich entsorgt werden. 57% werden verbrannt, der Rest geht in die stoffliche Wiederverwertung, wird recycelt. Helbig zeigt einige Möglichkeiten des Recyclings auf und erklärt anhand vieler Beispiele, wie kompliziert dieses eigentlich ist. Die Zuhörer haben viele Fragen, die sie sehr anschaulich erklärt bekommen.  

Text: Sandra Dichtl 
Fotos: Barbara Kressmann und Walter Schindler
15/01/2019