Straßenkreuzer Uni: „Quelle der Veränderung“ – so war’s

Wut ist eines der kostbarsten Gefühle, sagt Eva Neuner, denn sie ist „eine Botschaft aus unserem Inneren“. Wenn Wut emporstrudelt, heiße das immer: Man fühlt sich bedroht, die eigene Grenze wird verletzt oder überschritten. „Was wir aber viel zu wenig lernen, ist mit diesem Gefühl umzugehen“, sagt die Psychotherapeutin. Schon Kindern werde das Äußern der negativ besetzten Wut ausgetrieben: „Sei still!“, „Du übertreibst!“ oder „Stell Dich nicht so an!“ Viele der 43 Hörerinnen und Hörer der Straßenkreuzer Uni, die ins Haus Eckstein gekommen sind, nicken. Von Wut überschwemmt werden, ihr ausgeliefert sein – das kennen sie auch. Aber was tun? Man solle die Kraft der Wut nutzen, rät Eva Neuner (Foto). Wie das geht? Das Wichtigste ist vielleicht, das Gefühl wahrzunehmen und Wut als natürliches Alarmsignal zu begreifen: Halt, hier stimmt etwas nicht! „Als Erwachsene müssen wir aber nicht im Strom der Wut mitschwimmen, wir können ans Ufer gehen und beobachten: Ist ja interessant, wie das Wasser sich bewegt.“ Der erste Schritt dorthin: Luft holen, ans Fenster gehen – und sich Zeit nehmen, um zu ergründen, woher die Wut kommt und wie die eigene Situation sich ändern lässt.

 

[gk]