Straßenkreuzer Uni: Anders einpacken

Wie wir möglichst wenig Kunststoff aus dem Supermarkt in unser Haus tragen, zeigen uns heute die Umweltaktivisten Roland, Anne und Corinna von Zero Waste Nürnberg der Vereins Bluepingu. Sie haben sehr viel Anschauungsmaterial mitgebracht. Direkt vor den 39 Teilnehmern steht eine große Einkaufstüte voller Plastikverpackungen, wie sie jeder von uns irgendwann einmal nach Hause getragen hat. Dagegen zeigt uns Anne ihren Restmüll von einem Jahr, der in ein Schraubglas passt. Aber wie macht sie das?  

Wie kann sie seit zwei Jahren praktisch müllfrei leben? An praktischen Beispielen zeigen uns die drei, wie es gehen kann. Waschmittel aus Kastanien herzustellen, ist zum Beispiel sehr einfach: Kastanien sammeln, Schale abmachen, das Weiße kleinhacken, mit Wasser auffüllen und die Lauge direkt in die Wäsche geben. Oder mit einem Baumwollnetz einkaufen gehen. Einige davon haben die Umweltschützer auch mitgebracht und verteilen sie unter den Teilnehmern. Für unsere Brötchen geben sie den preisgekrönten Frängaroo- Stoffbeutel aus. Die meisten Hörer kennen sich sehr gut aus im Umweltschutz und tragen mit vielen guten Tipps zu einem sehr informativen Nachmittag bei.  

Text: Sandra Dichtl 
22/12/2018

Straßenkreuzer Uni: Immer Ärger mit den Jungs

Heute Nachmittag treffen wir uns zur Diskussion: „Immer Ärger mit den Jungs“ in den Räumen von Degrin in Gostenhof. Die 20 Teilnehmer werden von Ulrike Wickbold, der Projektleiterin von Heroes und dem Gruppenleiter Yasin Kaya begrüßt. Sie beginnen mit der Vorstellung des Projektes, welches in Berlin seine Wurzeln hat. Heute gibt es bereits neun dieser Art in Deutschland und Österreich. Die Aufklärung und Ausbildung junger Männer zu Heroes hat die Förderung der Gleichberechtigung, die eigene Meinungsbildung und die Ausbreitung einer feministischen Grundhaltung zum Ziel, erklärt Wickbold. Außerdem hat die Arbeit eine präventive Wirkung im Hinblick auf Radikalisierung. Wir lernen drei Männer aus sogenannten Ehrenkulturen kennen, die sich hier gegen die Unterdrückung im Namen der Ehre einsetzen. Sie sind zwischen 18 und 21 Jahre alt und haben ägyptische, russische und kurdische Eltern. Sie berichten uns, warum sie Heroes werden wollten und zeigen uns, wie sie die Workshops an den Schulen gestalten. Wie die Arbeit mit den Jugendlichen ihre Persönlichkeit verändert hat, berichten sie uns am Ende dieses beeindruckenden Vortrages.

Text: Sandra Dichtl 
Fotos: Barbara Kressmann und Walter Schindler
21/12/2018

Straßenkreuzer Uni: Mensch ich mag mich!

Ulrike Sendelbach ist heute extra aus Würzburg zu uns gekommen, um mit den 31 Teilnehmern im Haus Domus Misericordiae einen Workshop zum Thema Wertschätzung durchzuführen. Wir wollen mit ihr lernen, uns selbst als wichtig, wertvoll und liebenswert zu empfinden. Zu Beginn des Nachmittags entspannen wir uns erstmal mit einer Meditationsübung. Den alltäglichen Ballast hinter uns lassend begeben wir uns nun auf den Weg zu uns selbst. Sendelbach stellt fest, dass wir in einer defizitorientierten Welt leben, in der es nur darum geht, was wir nicht können. Wir wollen nun herausfinden, was gut an uns ist, was wir gut machen und was wir gut können. Dazu gibt uns die Dozentin die Aufgabe, unsere Lieblingsfarbe und deren Eigenschaften zu benennen. Was hat die Farbe nun mit uns zu tun? Viele Teilnehmer können sehr gut benennen, was sie und ihre Farbe gemeinsam haben. Auch über unsere derzeitige Lebenssituation machen wir uns Gedanken und schreiben auf, was uns an dieser gut gefällt. Sendelbach malt den Workshop immer mit vielen eigenen Beispielen aus und motiviert so die Teilnehmer, von sich persönliche Dinge zu erzählen. Weiter reden wir über bewusste Ziele im Leben, unser Verhältnis zu unseren Eltern und über berühmte Psychologen. Wie immer haben wir zu wenig Zeit, aber eine Fortsetzung folgt gewiss.

Text: Sandra Dichtl  
Fotos: Barbara Kressmann und Walter Schindler
21/12/2018

Strassenkreuzer Uni: Wir schaffen das

Die Gründerin und Geschäftsführerin der Stiftung Sozialidee Trudi Götz und ihre Kollegin Ute Strait-Aouichi begrüßen uns heute im Südstadtforum. Sie haben sehr viele Materialien mitgebracht, die sie den 28 Teilnehmern auch unverzüglich vorstellen. Götz erzählt von den Projekten, die sie mit vielen Ehrenamtlichen verwirklicht. Wichtigstes Ziel dabei ist, Chancengleichheit und Teilhabe an der Bildung für Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu gewährleisten, die nicht gut deutsch sprechen können oder auf ihrem Bildungsweg nicht genug Förderung erfahren. Dabei stellt die Sprachförderung einen Schwerpunkt dar. Götz erklärt, warum herkömmliche Deutschbücher oft zu schwer zu verstehen sind und sie das Projekt „Deutsch im Koffer“ auf den Weg gebracht hat. Und warum es Männern oft viel schwerer fällt, Deutsch zu lernen als Frauen. Außerdem stellt sie die interkulturelle Montessori-Werkstatt vor und erklärt das Prinzip der Pädagogik nach Maria Montessori. Zusammen mit Frau Strait-Aouichi beantwortet sie die vielen Fragen nach Computer-, Töpfer- und Grafikdesignkursen, die ausschließlich durch Spenden- und Fördergelder finanziert werden. Am Ende diskutieren wir noch lange über Integration und wie diese idealerweise aussehen müsste. Ein streitbares Thema, wie wir feststellen. 

Text: Sandra Dichtl 
Fotos: Barbara Kressmann und Walter Schindler
07/12/2018

Strassenkreuzer Uni: Wenn Ayse keinen Job bekommt

Das Thema Diskriminierung  lockt 37 Teilnehmer in das Heilig Geist Haus am heutigen Nachmittag. Die Leiterin des Menschenrechtsbüros Martina Mittenhuber erklärt einführend ihren Aufgabenbereich und warum Nürnberg nun schon seit 25 Jahren die Stadt der Menschenrechte ist. Weiterhin fragt sie, was Menschenrechte überhaupt sind und welche die Zuhörer kennen. Genannt werden das Recht auf Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, Bildung und einige mehr. Deren Schutz und Gewährleistung sind vom Staat zu leisten. Verletzt werden sie aber auf kommunaler Ebene. Sanktionen müssen deshalb eingeklagt werden. So wurde 2017 beispielsweise nach langem Rechtsstreit durchgesetzt, dass Nürnberger Steinmetze keine Steine mehr aus Ländern beziehen, in denen Kinderarbeit zugelassen ist. Wie sieht nun die Menschenrechtsarbeit in Nürnberg aus? Als Leitlinie ist die Bildungsarbeit zu sehen. Dabei hat Nürnberg das größte Angebot bundesweit. Die Antidiskriminierungsstelle ist in Nürnberg mit einer Juristin besetzt, bei der pro Jahr bis zu 200 Fälle auflaufen. Diskriminierung wird oft nicht erkannt, gibt Mittenhuber zu bedenken. Sie zeigt sich in der Benachteiligung oder Herabwürdigung von Menschen aufgrund ihrer Religion, Herkunft, Weltanschauung, sexuellen Orientierung, sozialen Lage, politischen Überzeugung, körperlichen oder geistigen Fähigkeiten oder ihres Alters und Geschlechts. Oft ist aber keine Diskriminierung im Sinne des Rechts auszumachen und die Sanktionsmöglichkeit gering. Deshalb sei es wichtig, aufzuklären über Broschüren und Veranstaltungen.  Mittenhuber rät auch, jeden Angriff zu melden und zu versuchen, im Alltag aufmerksam r die tägliche Diskriminierung zu sein.

Text: Sandra Dichtl 
Fotos: Barbara Kressmann und Walter Schindler
22/11/2018