Herzlich willkommen bei der Straßenkreuzer Uni

Auf dieser Seite informieren wir über den Verlauf des aktuellen Semesters.  Wir wünschen viel Vergnügen beim Lesen und hoffen auf Ihre Neugier: Kommen Sie zur Straßenkreuzer Uni, erweitern Sie Ihren Horizont.

Das gesamte Programm finden Sie hier als .PDF Download

Liebe Hörerinnen und Hörer,

wir haben wieder keine Mühen gescheut, um ein abwechslungsreiches und spannendes Sommersemester auf die Beine zu stellen.

Die Straßenkreuzer Uni geht dieses Mal der Frage nach, was Freundschaft und Treue ausmacht und wie Gesundheit für die Straße gewährleistet werden kann. Außerdem beleuchten wir das Internet nach Rechten und Pflichten seiner Nutzer und lassen uns zeigen, wie man Bienen in der Stadt ansiedeln kann. Mit Beginn des Sommers erkunden wir schließlich den Walderlebnispfad und begeben uns auf eine Reise in den eigenen Körper.

In der Reihe: In aller Freundschaft erfahren die Hörerinnen und Hörer, was einen echten Ultra- FCN-Fußballfan ausmacht und welche Worte man in zwischenmenschlichen Beziehungen finden kann, um Konflikte friedlich lösen zu können. Außerdem besucht uns eine Hundetrainerin und zeigt, warum der Hund der beste Freund des Menschen ist.

In Mai und Juni sehen wir, wie Gesundheit für die Straße gelingen kann. Wir besuchen die Caritas Straßenambulanz und diskutieren mit der Gesundheitsministerin und dem Vorsitzenden des VdK über die Grundsicherung im Krankheitsfall. Wie man es schaffen kann, trotz ehemaliger Alkoholabhängigkeit nicht ohne Alkohol auskommen zu müssen, erfahren wir von einem Suchtforscher.

Das 17. Semester wartet natürlich auch mit einem sehr aktuellen Thema auf: „Wer hat die Macht im Netz?“  fragen wir uns und klären auf, was Internetkriminalität überhaupt ist und wie wir uns als Verbraucher vor  Abzocke und unlauteren Verträgen schützen können. Welche Rechte Roboter haben und wer für deren Versagen haftet, klären wir gegen Ende des Semesters.

Im Frühsommer begeben wir uns im Spezial Nürnberg summt mit den Bienenhütern in das Reich der Imker und Honigbienen und erfahren, wie es gelingen kann, den Alleskönnern in der Stadt neuen Lebensraum zu bieten. Und wir bleiben mit dem Workshop Aufatmen im Wald an der frischen Luft. Schon lange wollen wir den Walderlebnispfad des Reichswaldes besuchen und haben nun jemanden dabei, mit dem wir den Wald mit anderen Augen sehen und noch viel über das Leben eines Baumes lernen können.

Eine asiatische Kampfkunsttrainerin klärt uns darüber auf, was Mein Körper und ich für ein Verhältnis haben und wie wir besser auf ihn hören und die Beziehung zu ihm verbessern können.

Insgesamt bietet die Straßenkreuzer Uni im Wintersemester 12 Veranstaltungen an. Sie richten sich in erster Linie an arme, arbeits- und obdachlose Menschen, sind aber für alle Interessierten offen. Dass dieses besondere Bildungs-Projekt weiterhin kostenlos sein kann, verdanken wir der finanziellen Unterstützung großzügiger Förderer und Kooperationspartner.

Aber auch ohne ihre Hörer wäre die Straßenkreuzer Uni arm dran: Wir laden Sie herzlich ein, schauen Sie mal rein!

 

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Straßenkreuzer Uni: Lola, der Liebling des Nachmittags

Mit ihrem aufgeweckten Blick und ihrer stupsenden, kalten Schnauze schafft es Lola, die Border Collie-Mischlingshündin, die Aufmerksamkeit voll auf sich zu ziehen. Ihre Begleiterin Ute Wittig steht neben ihr und versucht noch eine Weile, sie an der Leine zu halten. Aber die Hündin will einfach bei den 20 Teilnehmern unserer letzten Veranstaltung des Themenblocks „In aller Freundschaft“ sein. Sie hat Lieblingshände, die sie streicheln dürfen und auch Lieblingsbeine, an denen sie vorbei streicht.

Aber doch jeder von uns kommt in den Genuss zu spüren, wie sehr einen die Aufmerksamkeit eines Hundes beruhigen, entspannen und auch konzentrierter machen kann. Denn die Geschichten, die Wittig aus dem Alltag mit ihren Therapiehunden erzählt, sind aufregend und traurig zugleich. Gerade die vom Einsatz der Besuchsdienst-Hunde vom Verein „Tiere helfen Menschen“ im Kinderhospiz oder auf der Intensivstation des Krankenhauses. Lola und wir sind uns nach einer überdurchschnittlich langen Fragerunde ganz sicher: Das ist eine ganz wunderbare Verbindung zwischen Hund und Mensch.

Bildbeschreibung: Rettungshundeführerin Ute Wittig mit Hündin Lola – und mit Sandra Dichtl, Moderatorin der Straßenkreuzer Uni.

Fotos: Walter Schindler, Godehard Neumann
14/05/2018

Strassenkreuzer Uni: Wir sollten reden

Was steckt hinter unserem Handeln? Das ist die Frage dieses Nachmittages im Haus Großweidenmühle, welches von dem Kommunikationstrainer Pierre Boisson mit seiner lässigen und gleichzeitigen sehr professionellen Persönlichkeit eingenommen wird. Mehr als 25 Zuhörer nimmt er mit in eine Art Seminarsituation, in der man Inhalte selbst erarbeitet. Wir sagen, was wir brauchen, um uns wohl zu fühlen. Für manche ist es Zufriedenheit und Sicherheit, für andere Frieden und soziale Kontakte. Diese Begriffe schreibt Boisson auf die linke Seite des Flipcharts. Rechts steht, mit welcher Strategie wir diese Bedürfnisse ausleben. Erkauft sich der eine Sicherheit mit einem Haus, macht das der andere mit einer Waffe. Übertragen auf unsere Beziehungen heißt das: Auch wenn wir die gleichen oder ähnliche Bedürfnisse haben, bedeutet das nicht, dass wir sie mit der gleichen Strategie erfüllen. Es geht Boisson nicht darum, Konflikte zu vermeiden, sondern die Sichtweise unseres Gegenübers wahrzunehmen. Welches Bedürfnis steckt hinter seiner Strategie? Wie wir diese Erkenntnisse nun in Worte packen können, erfahren wir in der Fortsetzung dieses sehr aufschlussreichen Nachmittages im kommenden Semester, auch mit Pierre Boisson.

Fotos. Walter Schindler
09/05/2018

Straßenkreuzer Uni: “Ich bereue diese Liebe nicht!”

Dieses Musikvideo und andere Filme über die Fans des 1. FCN zeigt uns der Filmemacher Christian Mössner an diesem Nachmittag im Presseraum des Clubgeländes. Er spricht über Treue, die er und die anderen Mitglieder der Ultras Nürnberg 94 zu ein und demselben Verein ein Leben lang halten. Und das, obwohl sich der Fußball in der heutigen Zeit zu einer kommerziellen Geldmaschine entwickelt hat.

Aber warum bleiben sie trotzdem Fans? Weil es eine Art Ersatzreligion ist, weil die Freundschaft unter den Fans so wichtig ist und weil es ein überdurchschnittlicher Maß an Emotionen auslöst, den Verein anzufeuern. Und Christian Mössner schwärmt geradezu davon, im Stadion mal archaisch Mann sein zu dürfen, Schimpfworte zu schreien, zu weinen und anderen Männern in den Armen zu liegen. Weil ein Fußballspiel jedoch nicht berechenbar ist, braucht ein echter Fan starke Nerven. So wie die 39 Zuhörer dieses fulminanten Semesterauftaktes, denn vor uns liegt ein spannender Uni-Sommer.

Bilder: Barbara Kressmann und Walter Schindler
26/04/2018