Editorial zur Sommerausgabe August/September 2021

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

richtig schenken ist gar nicht so einfach. Ein Geschenk sollte nicht zu klein und nicht zu aufwendig sein, immer selbstlos, also ohne Erwartungen auf Gegenleistung, am besten auch noch sinnvoll und anregend.
Derart psychologisierend war diese Ausgabe nie angelegt. Deshalb ist sie unverschämt üppig geworden (12 Seiten mehr als sonst), natürlich will sie mit ihren tollen Bildern und Texten so begeistern, dass Sie künftig jeden Monat den Straßenkreuzer kaufen wollen. Aber: Sinnvoll ist dieses Magazin tatsächlich von der ersten bis zur letzten Seite.
Wir stellen kreative, zupackende und sozial handelnde Menschen und deren Ideen vor, die ganz einfach ansteckend sind und das Leben schöner machen. Weil wir aufhören dürfen, zu viel zu konsumieren (Foodsharing), weil die Luft für uns alle besser und der Stress auf den Straßen weniger wird (Lastenräder), weil wir zu jeder Zeit Kultur und Unterhaltung erleben können (Bücherschränke, Gedichte-Newsletter, Postillon, Curt), unsere Nachbarn mit all den zu-schade-zum-Wegwerfen-Dingen beglücken können (Verschenke-Kisten), weil wir aktiv sein dürfen (Sportpark, Elektrogeräte reparieren) und nicht allein sein müssen (Spaziergang zu zweit), um nur einige Beispiele zu nennen. Alle verbindet, dass sie nichts kosten. Außer Zeit. Und bei vielen kann man mitmachen, selbst etwas von den eigenen Fähigkeiten an andere verschenken.
Das macht Straßenkreuzer-Verkäufer und Koch Christian Hofmeister ab dieser Ausgabe: Er teilt sich die Kochseite mit Marcus Pregler, der seit Jahren für so einfache wie köstliche Rezepte bürgt. Das Team der Straßenkreuzer Uni bietet wieder Bildung für alle und startet mit attraktiven Draußen-Veranstaltungen ins Semester. Die Schreibwerkstatt schreibt zum Thema und spendiert exklusive Preise fürs große Sommerrätsel, das noch mehr gute Orte vorstellt, die das Leben ohne Ticket reicher machen. Und wir appellieren an alle Wahlberechtigten, ob mit oder ohne Wohnsitz, die Stimme am 26. September nicht zu verschenken.
Bleibt die andere Perspektive. Straßenkreuzer-Verkäufer Emil Adam bekommt etwas geschenkt. Sein kaputtes Akkordeon wurde dank großzügiger Spenderinnen und Spender wie neu repariert. Bei der Rückgabe an den überglücklichen Musikanten waren wir dabei – und dieser Nachmittag wurde zum Geschenk für alle Beteiligten.

Viel Freude beim Lesen dieser Ausgabe wünschen

Ilse Weiß und das Straßenkreuzer-Team