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Straßenkreuzer genießt Ansehen

Angehende Fachangestellte stellen Marktforschungsergebnisse vor

Zum Leitbild der Städtischen Berufsschule 4 gehört auch, die Schülerinnen und Schüler zu selbstständigem Denken und Handeln zu befähigen. Angehende Fachangestellte für Markt- und Sozialforschung haben gestern bei der Vorstellung ihrer Marktforschungsergebnisse die Messlatte noch höher gelegt.

Das eine Marktforschungsprojekt befasst sich mit der Zufriedenheit der Kunden mit dem „Straßenkreuzer“, das andere stellt die „Studie zur Aufdeckung von Potenzialen der dualen Ausbildung“ vor. Die Arbeiten entstanden in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl im Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg mit Prof. Karl Wilbers und dem Sozialmagazin „Straßenkreuzer“.

Alexander Liebel, Schulleiter der kaufmännischen Berufsschule 4, sprach gestern nach den Präsentationen von einem „Ritterschlag“ für die angehenden Fachangestellten. „Die Marktforschungsergebnisse werden nicht in Schubläden verschwinden, sondern in der Praxis Anwendung finden“, so Liebel. Frank Ganslmeier: „Mich als Lehrkraft haben die jungen Leute sehr beeindruckt, denn sie haben weit über den normalen Unterricht hinaus gearbeitet, und ich fürchte, sie haben dafür doppelt so viele Stunden investiert wie überhaupt im Unterricht vorgesehen waren.“ Auch Prof. Wilbers zeigte sich sehr beeindruckt von der Qualität der Marktforschungsergebnisse.

Mit dem Projekt „Straßenkreuzer“ befassten sich Nicole Brummund und Katharina Jung. Die Kernaussage ihrer umfänglichen und detaillierten Arbeit lautet: „Mit dem Straßenkreuzer werden durchweg positive Eigenschaften verbunden.“ Ihre Studienergebnisse zeigen: Zwei von drei Personen auf der Straße kennen den „Straßenkreuzer“ dem Namen nach. 52 Prozent der 758 Befragten kaufen den „Straßenkreuzer“ seit mindestens fünf Jahren regelmäßig. Und obwohl die Mehrheit keine regelmäßigen Kaufgewohnheiten verfolgt, kauft jeder Dritte bei einem festen Verkäufer sein Magazin. Besonders geschätzt werden bei den Lesern Lebensgeschichten der Verkäufer, wohingegen der Daumen beim Thema Politik und politischer Einfluss klar nach unten geht.

Auf Initiative der IHK sowie der Handwerkskammer wurde eine zweite Studie in Auftrag gegeben, um Potenziale der dualen Ausbildung aufzudecken. Stefan Schirmer, Claudia Droigk, Inge Blümel und Marcus Wegmann befragten dafür 847 Berufsschüler und Dual-Studenten. Es zeigte sich, dass die duale Ausbildung in allen befragten Gruppen durchweg positiv beurteilt wird. Die Berufsschüler fühlen sich in der Ausbildung generell sowie in den Ausbildungsbetrieben im Speziellen wohl.

Ein differenziertes Bild ergibt sich beim Blick auf die Situation in den Berufsschulen. Während sich knapp 40 Prozent der Berufsschüler mit höherem Bildungsabschluss häufig unterfordert fühlen, ist bei Schülern mit niedrigem Bildungsabschluss das Gegenteil der Fall: Jeder Vierte gibt an, häufig überfordert zu sein. Die Hypothese der jungen Meinungsforscher: „Um den Anforderungen der stark unterschiedlichen Vorbildungsniveaus der Schüler gerecht zu werden, scheint eine individuellere Anpassung der Unterrichtsgestaltung und -inhalte nötig.“ Praktika werden von den Berufsschülern überaus positiv bewertet, sie gäben für die richtige Berufswahl wertvolle Einblicke. Interessant auch der Schwenk ins Elternhaus: Bei knapp 30 Prozent der Befragten beeinflussten die Eltern die Berufswahl. Tageszeitungen werden von mehr als 50 Prozent der Befragten mindestens mehrmals pro Woche gelesen.

Die Online-Angebote der klassischen Printmedien polarisieren: sie werden tendenziell häufiger täglich aufgerufen – aber auch öfter komplett abgelehnt.

Nürnberger Zeitung, 25.10.2011