Schal und Fahne

Treue bedeutet für mich zu meinem Verein zu stehen. Egal wie sie spielen. Mein Verein ist 1860 München, man nennt sie auch die Löwen. Das ist eine Treue ohne Eid und Schwur, auch ohne festgeschriebene Verpflichtung, oder wie man das sonst beschreiben mag. Es ist eine Treue auf ewig und immer. Ähnlich wie eine Ehe, aber ohne Hochzeit, Ring und auch ohne Scheidung. Man ist mit dem Verein eben verbunden. Deshalb fahre ich möglichst zu jedem Spiel und habe auch Schal und Fahne.

Andy Schütze

Freundinnen und Seelentröster

Es fällt mir sehr schwer, einer Partei treu zu sein, weil keine ihren Versprechen treu bleibt. Meinen Katzen dagegen war ich immer treu. Das war ganz einfach. Sie leben leider nicht mehr. Maschka und Susi waren für mich Familienmitglieder, Schwestern, Freundinnen. Auch Seelentröster, wenn es mir schlecht ging, wenn ich Kummer und Sorgen hatte. Mir persönlich fällt es sehr schwer, treu zu sein. Denn wenn ich Probleme habe, oder wenn ich krank bin, dann schaffe ich das nicht. Wenn es mir gut geht, dann ist es einfacher, treu zu sein. Also mir treu zu sein.

Klaus Schwiewagner

Gefangen

… fühlte ich mich in alten Verhaltensmustern
im Hamsterrad der Gefühle.
Das macht man nicht
so läuft man nicht rum
man isst seinen Teller leer
man ist immer kontrolliert
man schlägt nicht über die Stränge.
Wie satt hatte ich das alles und wollte manchmal einfach ausbrechen – aus diesem Gefängnis.
Heute mache ich, was ich will! Ich trage Lila und tanze im Regen!
Geschafft

Marita Hecker

Einfangen lassen

Wir sind alle Gefangene. Gefangene unseres eigenen Körpers. Teile des Wortes stecken auch in anfangen, befangen, auffangen. Schön ist es, wenn die Ferien anfangen …

Gefangen gibt es also nicht nur in der schrecklichsten Bedeutung. Es kommt wie immer auf unser eigenes Denken an. Ich lasse mich gern einfangen von guten Gedanken – und bin gefangen in positiven Gefühlen. Kurze Zeit verweile ich.

Inge Tusjak

Rillen im Beton

Schwarzdunkle Fliesen
tragen Trauer
finstre Riesen
Gefängnismauer

Endlos rufen
zu leuchtendem Licht
doch die, die suchen
hören es nicht.

Jahre vergehen
in eigenem Bann
blind zu sehen
niemand kann

ich stehe draußen
und grabe mit Fingern
Rillen in Beton

Elisabeth Heyn