Strassenkreuzer Uni: Wenn Ayse keinen Job bekommt

Das Thema Diskriminierung  lockt 37 Teilnehmer in das Heilig Geist Haus am heutigen Nachmittag. Die Leiterin des Menschenrechtsbüros Martina Mittenhuber erklärt einführend ihren Aufgabenbereich und warum Nürnberg nun schon seit 25 Jahren die Stadt der Menschenrechte ist. Weiterhin fragt sie, was Menschenrechte überhaupt sind und welche die Zuhörer kennen. Genannt werden das Recht auf Religionsfreiheit, Meinungsfreiheit, Bildung und einige mehr. Deren Schutz und Gewährleistung sind vom Staat zu leisten. Verletzt werden sie aber auf kommunaler Ebene. Sanktionen müssen deshalb eingeklagt werden. So wurde 2017 beispielsweise nach langem Rechtsstreit durchgesetzt, dass Nürnberger Steinmetze keine Steine mehr aus Ländern beziehen, in denen Kinderarbeit zugelassen ist. Wie sieht nun die Menschenrechtsarbeit in Nürnberg aus? Als Leitlinie ist die Bildungsarbeit zu sehen. Dabei hat Nürnberg das größte Angebot bundesweit. Die Antidiskriminierungsstelle ist in Nürnberg mit einer Juristin besetzt, bei der pro Jahr bis zu 200 Fälle auflaufen. Diskriminierung wird oft nicht erkannt, gibt Mittenhuber zu bedenken. Sie zeigt sich in der Benachteiligung oder Herabwürdigung von Menschen aufgrund ihrer Religion, Herkunft, Weltanschauung, sexuellen Orientierung, sozialen Lage, politischen Überzeugung, körperlichen oder geistigen Fähigkeiten oder ihres Alters und Geschlechts. Oft ist aber keine Diskriminierung im Sinne des Rechts auszumachen und die Sanktionsmöglichkeit gering. Deshalb sei es wichtig, aufzuklären über Broschüren und Veranstaltungen.  Mittenhuber rät auch, jeden Angriff zu melden und zu versuchen, im Alltag aufmerksam r die tägliche Diskriminierung zu sein.

Text: Sandra Dichtl 
Fotos: Barbara Kressmann und Walter Schindler
22/11/2018