Strassenkreuzer Uni: Lebenslang für einen Roboter?

Heute hat es 25 Hörer in das Karl Bröger Haus gezogen, weil Prof. Dr. Dr. Eric Hilgendorf aus Würzburg den letzten Vortrag unseres Sommersemesters hält. Wie das Thema schon versprach, werden gleich zu Beginn des Nachmittages ethische und rechtliche Fragen aufgeworfen, die zu Diskussionen führen. Denn interessante Beispielfälle hat uns Hilgendorf aus seiner Arbeit als Roboter-Jurist mitgebracht:

Im ersten Fall geht es um die Tötung eines Menschen durch einen Roboterarm in einer Fabrik. Im zweiten sterben eine Frau und ihre Tochter, weil sie von einem Auto, dessen Spurhalteassistent trotz Schlaganfall des Fahrers das Fahrzeug weitersteuerte, überfahren werden. Im dritten Fall werden Menschen von einem manipulierten Computerprogramm beleidigt und gedemütigt. Immer stellt er die Frage: Wer haftet in solchen Fällen? Wer handelte fahrlässig? Der Produzent, der Besitzer oder gar der Geschädigte? Ein Auto oder eine Maschine sind nicht straffähig. Die Maschinen kann man zwar einsperren, sagt Hilgendorf, aber zur Verantwortung gezogen ist damit niemand. Seit dem Mittelalter, als auch noch Tiere verurteilt werden durften, haften für Straftaten ausschließlich Menschen. Aber wie entscheidet man, wenn eine Maschine fehlgesteuert für Schaden sorgt? Damit wird ich die Justiz in den kommenden Jahren intensiv beschäftigen müssen.

Bilder: Barbara Kressmann und Walter Schindler
28/07/2018