Uni-Ball: Mehr als eine süße Spende

Zum 70. Universitätsball der FAU gab es eine unwiderstehliche Überraschung für die rund 1500 Gäste:

Eine fast zwei Meter lange Jubiläums-Torte (gestiftet von „Der Beck“) wurde von FAU-Präsident Prof. Dr. Joachim Hornegger (vorne rechts) und Nürnbergs OB Dr. Ulrich Maly (links) feierlich angeschnitten und dann gegen eine Spende verteilt. Stolze 3190 Euro kamen so zusammen. Den Betrag erhielt die Straßenkreuzer Uni, die damit ihr kostenloses, anspruchsvolles Bildungsangebot weiterführen wird.

Geburtstagstorte - 

Foto: Udo Dreier - 02.02.2019 -  Nürnberg - Meistersingerhalle - Uni-Ball - Ball der Hochschulen

Ein besonderer Dank geht an Ursula Ertl, die als Organisatorin des Balls die „süße“ Idee hatte.

Foto: Udo Dreier | bayernpress.de

KREUZERVERHÖR: Dr. Julia Lehner x Steve Zeuner

KREUZERVERHÖR
Dr. Julia Lehner x Steve Zeuner

Zum 25. Jubiläum des Straßenkreuzer e. V. bringen wir Menschen zusammen, die einiges gemeinsam haben – und doch ein Leben trennt. Denn sowohl unsere Verkäuferinnen und Verkäufer als auch prominente Personen der Region stehen tagtäglich in der Öffentlichkeit. Nur die Gründe könnten unter- schiedlicher nicht sein. Für unser Magazin lernen sich im Jubiläumsjahr immer zwei von ihnen kennen, stellen sich einmal im Monat gemeinsam in die Öffentlichkeit – und erst im Heft einander und später nur zu gerne Ihren Fragen. Wann und wo Sie unsere in jeder Hinsicht prominenten Verkäufer besuchen können, finden Sie immer am Ende des Interviews. Jetzt aber erstmal: Ton ab im Bürgermeisteramt!
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Prof Dr. Julia Lehner: Ich kaufe den Straßenkreuzer immer, oft sogar mehrere Exemplare, die ich dann weiterverschenke. Trotzdem komme ich mir irgendwie dabei schlecht vor, an einem Verkäufer vorbeizulaufen, ohne noch einen zu kaufen. Dann entschuldige ich mich dafür mit „Dieses Mal nicht, das nächste Mal wieder.“ Es ist doch bestimmt manchmal frustrierend, wenn man merkt, dass es nicht so geht wie man meint. Wie gehen Sie damit um?

Steve Zeuner: Ganz locker. Schauen Sie, das ist ja das Gleiche wie wenn ich in ein Geschäft gehe und zu Hause schon drei Flaschen Wasser habe. Dann kaufe ich mir ja auch nicht noch eine vierte Flasche dazu.

Prof Dr. Julia Lehner: Lesen Sie den Straßenkreuzer selbst auch?

Steve Zeuner: Ja natürlich. Man muss ja wissen, was man verkauft. Ich blättere ihn mindestens einmal in Ruhe durch.

Prof Dr. Julia Lehner: Ich komme durch meinen Beruf ein bisschen herum, bin zum Beispiel oft in München oder in anderen deutschen Städten. Da gibt es ja auch Sozialmagazine. Wenn ich an einem Verkäufer vorbeilaufe, bin ich immer ein wenig stolz auf unseren Straßenkreuzer.

Steve Zeuner: Ja, da sind wir sehr gut aufgestellt. Jetzt möchte ich Sie auch was fragen: Gehört der Straßenkreuzer für Sie auch zur Kultur der Stadt Nürnberg?

Prof Dr. Julia Lehner: Unbedingt. Die Kultur ist ein breites Feld. Kommunikation gehört auch zur Kultur. Der Straßenkreuzer ist ein Teil der Kommunikation. Auf der einen Seite erfährt man im Straßenkreuzer mehr über die Gesellschaft und Teile der Gesellschaft. Auf der anderen Seite kommt man in den Austausch mit den Verkäufern – auch dieser Dialog ist ein Teil unserer Kultur, und ich halte ihn sogar für einen sehr wichtigen. Es ist einerseits ein ehrenamtliches, andererseits ein soziales Engagement, weil man die Menschen näher zueinander bringt. Das ist Kultur aus reinstem Herzen.

Steve Zeuner: Wie ordnen Sie die Möglichkeiten zur kulturellen Teilhabe in Nürnberg ein und wie könnte man sie für arme Menschen noch verbessern?

Prof Dr. Julia Lehner: Mir geht es prinzipiell darum, dass man in Nürnberg allen Menschen das Gefühl gibt, willkommen in der Kultur zu sein. Dafür gibt es unsere Großveranstaltungen wie das Barden- treffen, das Klassik Open Air oder die Blaue Nacht. Die kann man auch ohne Karte besuchen, selbstbestimmt flanieren und sich die Dinge anschauen. Diese Veranstaltungen sollen aber auch „Appetitanreger“ sein, die Menschen dazu bringen, in ein Konzert zu gehen. Dafür gibt es wiederum Vergünstigungen wie zum Beispiel durch den „Nürnberg-Pass“, der bei einer Vielzahl von Anbietern und Einrichtungen einen stark vergünstigten Eintritt garantiert. Darüber hinaus gibt es das „KulturTicket Nürnberg“, das kostenfreie Eintrittskarten für Kulturveranstaltungen vermittelt. Hierzu muss man sich lediglich in der Kulturinformation in der Königsstraße 93 unter Vorlage des Nürnberg-Passes registrieren lassen. Nach telefonischem Rückruf können Sie, Ihrem Interessensgebiet entsprechend, Karten für eine Veranstaltung erhalten. Sofern möglich, und das ist eine zusätzliche Leistung, können Sie kostenfrei eine Begleitperson mitbringen. Ich wünsche mir, dass sich dieses Angebot, von dem ich glaube, dass es viele noch gar nicht kennen, besser herumspricht.

Steve Zeuner: Stellen Sie sich vor, Sie haben nur noch fünf Euro in der Tasche, wollen etwas essen, etwas trinken und irgendetwas Kulturelles erleben. Wie sieht Ihr Tag aus?

Prof Dr. Julia Lehner: Wenn ich mit fünf Euro unterwegs bin, werde ich zuallererst daran denken, dass ich essen und trinken muss. Kultur ist ja ganz breit zu sehen und Plätze in der Stadt, öffentliche Plätze, sind ja frei zugänglich. Ich würde einen dieser Plätze, zum Beispiel meinen Lieblingsplatz an der Burgfreiung aufsuchen und die Atmosphäre genießen. Ich würde mir die Kunstschätze in einer der Kirchen oder eine Ausstellung in einem unserer Kulturläden ansehen. Was machen Sie in Ihrer Freizeit gerne?

Steve Zeuner: Ich verreise sehr gerne. Letztes Wochenende war ich in Frankfurt, bin erst gestern wiedergekommen. Ich bin generell gerne viel unterwegs, gehe, wenn es das Geld erlaubt, gerne in Museen oder ins Theater. Neulich war ich am Plärrer im Theater Salz & Pfeffer, im Puppentheater. Das war sehr schön.

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Seit 15 Jahren ist Prof Dr. Julia Lehner die Kulturreferentin ihrer Geburtsstadt Nürnberg. „Zugleich weitläufig und überschaubar lässt sich die Geschichte dieser Stadt, von der Renaissance bis zur Auseinandersetzung mit unserer Erinnerungskultur atmen.“ Ihr Lieblingsplatz ist seit ihrer frühen Jugend die Burg: Da liegt einem mehr oder weniger die gesamte Perspektive zu Füßen und man kann nach allen Himmelsrichtungen sehen.

Der gebürtige Saalfelder Steve Zeuner reiste 1997 nach einem Besuch bei der Berliner Love Parade spontan nach Nürnberg, um sich ein neues Leben aufbauen. Das hat er geschafft. Neben seiner Tätigkeit als Verkäufer des Sozialmagazins engagiert sich Steve als Verkäufer- Sprecher und übernimmt dabei viel Verantwortung. Außerdem macht er für den Straßenkreuzer Führungen durch soziale Einrichtungen wie die Wärmestube und die Heilsarmee. Seine Lieblingsplätze in der Stadt sind die Burg, der Stadtpark und das Doku-Zentrum.

☞29.3.

Wie der Straßenkreuzer-Verkauf am Monatsende läuft, wird Prof. Dr. Julia Lehner am Freitag, 29. März selbst herausfinden: Von 11-12 Uhr begleitet die Kulturreferentin Steve Zeuner beim Verkauf am Koberger Platz.

Interview: David Lodhi | freier Journalist
Foto: Claudia Holzinger | claudia-holzinger.de

Benefizkonzert | St. Klara rockt

Gemäß der aktuellen Predigtreihe „Tugend“ und deren Assoziationen „Weisheit. Tapferkeit. Gerechtigkeit.“ beweist die Offene Kirche St. Klara bereits zum neunten Mal echte Nächstenliebe und organisiert dem Straßenkreuzer e. V. im Frühjahr ein Konzert, dessen Einnahmen komplett an den Verein gehen. Danke dafür!

Dieses Jahr dabei:
NOBUTTHEFROG – Es war einmal vor langer Zeit, da trafen sich ein Junge und ein Mädchen auf einer Insel mitten im Meer. True Story! Seither machen sie zusammen Musik, und das wird hoffentlich so weitergehen … Denn dieser Frosch kann was! Hinter dem Duo aus Erlangen stecken Annkathrin Slavik und René Huber, die bezaubernden Indie-Pop machen – manchmal melancholisch, gerne dynamisch und immer voller Leben. Mit Geige, Gitarre und zwei Stimmen ziehen die beiden regelmäßig in die Welt hinaus. Von ihren Reisen bringen Nobutthefrog wunderbare Erlebnisse mit, die sie in Songminiaturen packen, auf dass diese noch lange in den Ohren der Zuhörer nachklingen …

Benefizkonzert_St_Klara_Nobutthefrog© J.Wagner
Benefizkonzert_St_Klara_THE AIR WE BREATHE

THE AIR WE BREATHE – Der salzgraue Raum inmitten des Dreiecks von Erfolg, Schönheit und Glück. Zwischen Einsamkeit, Zweifeln und richtungsloser Sehnsucht nach einem anderen Ich haben The Air We Breathe die Geschichten für ihr Debütalbum „Things Between“ gesammelt. Christoph Schuster (Gesang, Gitarre), Christian Schoppa (Schlagzeug, Gesang), Constantin Blos (Klavier, Gitarre, Gesang) und André Heßler (Bass) machen seit 2016 gemeinsam ausgefeilten Indie voll leiser Traurigkeit. Dass die Songs dabei nie ihre Leichtigkeit, Tanzbarkeit und jene unwiderstehliche Verführung zum Mitsummen verlieren, liegt nicht allein an den sorgfältig ausgearbeiteten Arrangements und den wortfeilen Texten, sondern auch am kratzigen Charme der Musiker

THE GREAT PARK – Stephen Burch ist ein Liedermacher aus England, den es über den Umweg Irland irgendwann nach Fürth verschlagen hat. Von der Kleeblatt-Stadt aus betreibt er sein kleines Liebhaber-Plattenlabel Woodland Recordings, von dem gerade alle schwärmen – zu Recht! Er selbst praktiziert unter dem Namen The Great Park, hat bereits über 16 Alben veröffentlicht und ist ständig auf Tour quer durch Europa. Seine Songs sind lyrisch, mitunter wehmütig und stets voller Sehnsucht. Sie erzählen von dem, was der ehemalige Kunststudent auf den Feldern von County Cork und in den Straßen von Berlin erlebt hat. „Poesie, wie aus dem Leben gegriffen“, schreibt die FAZ über seine Musik, und die Süddeutsche Zeitung befindet: „Ein Singer-Songwriter ist immer auch Poet. Und Burch ist ein ganz besonderer.“

Benefizkonzert_St_Klara_TheGreatPark©Photo is self portrait

„Benefizkonzert: St. Klara rockt für den Straßenkreuzer“, Sa., 23. März, 20.30 Uhr, Offene Kirche St. Klara, Königstraße 64, Eintritt: 12 / 7 Euro

Artur Engler und Stefan Gnad | Straßenkreuzer CD

Poetry Slam “Wir feiern den Skandal!”

Pressemitteilung

Poetry Slam „Wir feiern den Skandal!“ am 21. März 2019 um 20 Uhr im Cinecittà
Thematischer Dichterwettstreit anlässlich des 25. Geburtstages des Straßenkreuzer e. V.

„25 Jahre Straßenkreuzer, das bedeutet doch: 25 Jahre Druck machen gegen Armut, 25 Jahre Themen beackern wie Obdachlosigkeit und Soziale Ungleichheit, wie Ausgrenzung und Ungerechtigkeit – und das wollen die feiern? Ein Skandal!“

Poetry-Slam-PM-Foto Michael Jakob

Richtig. Es ist ein Skandal, dass es uns geben muss. Dass wir gegen Themen anschreiben, die längst bereinigt sein müssten. Dass es immer mehr Menschen werden, die von diesen Themen betroffen sind, statt weniger. Und gleichzeitig ist genau das für uns ein guter Grund, zu feiern. Dass wir seit 25 Jahren mit einem tollen Team in tollen Projekten tolle Erfolge erzielen. Dass wir Geschichten erzählen können von Menschen, die sich engagieren, die nicht müde werden, die kämpfen. Und deswegen heißt es für uns in diesem Jahr „Wir feiern den Skandal!“

Und wer könnte mit diesem Wider-Spruch besser umgehen als Poetry Slammer, diese modernen Dichter, die sich der wirksamsten Waffe bedienen und mit Sprache die Welt umkrempeln und mit Anlauf von der anderen Seite hineinschauen und spitzfindig die kleinen Feinheiten mit der Wortpinzette aus dem Großen Ganzen picken? Deswegen haben wie Slammer aus ganz Deutschland eingeladen, um sich unter dem Motto „Wir feiern den Skandal!“ in einen Dichterwettstreit zu begeben.

Am 21. März treffen Straßenkreuzer und Poetry Slam im Cinecittà aufeinander und die Dichterinnen und Dichter präsentieren ihre Beiträge zu den Themen, mit denen sich auch der Verein seit 25 Jahren beschäftigt. Präsentiert und moderiert wird der Abend von Slam-Pionier Michael Jakob (Künstler des Monats der Metropolregion Nürnberg (Februar 2015), Kulturförderpreis Nürnberg 2012, Wolfram-Eschenbach-Förderpreis 2009), der als Mitbegründer der fränkischen Szene gilt.

Seiner Einladung folgen Juston Buße aus Berlin, Markus Becherer aus Kaiserslautern, Flemming Witt aus Jena, die erfolgreichste Frau der bayrischen Meisterschaften 2018 und 2017 Maron Fuchs aus Bamberg, Nürnberg-Stadtmeisterin Barbara Gerlach, Nürnberg-U20-Meisterin Dorothee Mügge und Stella Reiss aus Fürth.

Wie beim Poetry Slam üblich entscheiden erst eine Publikumsjury und am Ende alle Zuschauerinnen und Zuschauer über den Sieg des besten Textes. Das Finale ist thematisch frei gestellt.
Tickets für 9 bzw. 6 Euro gibt es im Vorverkauf unter www.cinecitta.de, die Einnahmen aus dem Verkauf gehen vollumfänglich an den Straßenkreuzer e. V.
Allgemeine Infos zu Poetry Slam in Franken: www.frankenslam.de

Wir danken für Ihre Berichterstattung
Katharina Wasmeier & das Straßenkreuzer-Team

Bildunterschrift: Moderiert den Straßenkreuzer-Slam: Michael Jakob (Foto: Andi Pontanus)

Straßenkreuzer Uni: Ein Hoch auf das beste Semester

Ein Hoch aufs beste Semester – Mit 451 Hörern in 14 Veranstaltungen geht das Wintersemester 2018/19 als das bislang erfolgreichste in die nunmehr neunjährige Geschichte der Straßenkreuzer Uni ein. Das Abschlussfest mit Hörern, Dozenten, Partnern und Unterstützern wurde traditionell in den Räumen der Heilsarmee Sozialwerk gefeiert, der größten Einrichtung für Wohnungslose in Nordbayern. Justizpressesprecher Friedrich Weitner, der im Rahmen des sehr gut besuchten Themenkomplexes „Die Schwere der Schuld“ als Dozent den Weg zur Urteilsfindung erklärt hatte, überreichte 50 Urkunden an besonders engagierte Teilnehmer. Straßenkreuzer-Vorstand Walter Grzesiek konnte zuvor in seiner kurzen Ansprache rund 80 Gäste begrüßen. Michael Feuerlein, Sozialpädagoge bei der Heilsarmee, betonte in seiner Hörerrede, wie sehr die Straßenkreuzer Uni helfe den Horizont zu erweitern. Die „Mochas“ spielten feine Balladen, unter der souveränen Regie von Heilsarmee-Majorin Marie-Luise Schröder bedienten sich rund 70 Gäste an tollen Suppen, belegten Brötchen und Blechkuchen (gespendet von Der Beck). Ende April startet die Straßenkreuzer Uni ins Sommersemester.  

 

Ein_Hoch_auf_das_Semester_1
02/02/2019