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Herzlich willkommenDie Straßenkreuzer Uni hat das Sommersemester 2013 eröffnet. Von April bis Mitte Juli dürfen die Hörer ein interessantes Programm erwarten. Die Themenreihen starten mit „Blau“, von der Farbe bis zum Zustand. Es folgt die „Zukunft“, die das Lebenselixier Wasser, die Arbeit von Morgen und Science Fiction in der Literatur aufgreift. Und schließlich das „Recht auf Unterstützung“ bei dem es um unser Gesundheitssystem, die Rente und soziale Verpflichtung geht. Im Workshop Selbstbehauptung zeigen Experten, wie Schlagfertigkeit und Abwehrreflexe trainiert werden können.
Mehr Information finden Sie in unserem aktuellen Programmheft, das Sie hier als pdf herunterladen können.
Die Nikolaus-Technik ist schlicht, aber wirkungsvoll. Wer einen einfachen Einkaufsbeutel über der Schulter trägt, haut ihn dem Angreifer über den Kopf. Wichtig sei nur, sagt Annette Maul, dass man ohne Zögern handelt und seine Kräfte entschlossen einsetzt. Die Kampfkunst-Meisterin ist klein und zierlich, aber „auch eine feine Nadel kann stechen!“ Als Trainerin für Gewaltprävention und Selbstverteidigung zeigt sie 20 Hörern der Straßenkreuzer Uni im Christine-Kreller-Haus der Stadtmission, wie sie sich einfach aber effektiv zur Wehr setzen können. Abstand halten – mindestens zwei Armlängen – ist die sicherste Methode. Wenn aggressive Zeitgenossen aber nachrücken, heben sich als erstes die Hände in Schutzhaltung. „Wir sagen gleich, was wir wollen“, animiert Annette Maul. „Stopp!“ Wenn das nicht wirkt, trifft die flache Hand den Gegner mitten ins Gesicht, der Ballen sein Kinn oder die Faust auf die Nase. Jeder Treffer schmerzt, idealerweise geschieht alles blitzschnell. „Ihr müsst euch so wehren, dass Ihr davonkommt… ohne zu übertreiben“, sagt Annette Maul. Bei den spielerischen Übungen soll sich keiner wehtun, aber spüren darf man die eigene Kraft schon!
Trinkst du noch oder säufst du schon?
Die provokante Frage stellt Wolf Dietrich Braunwarth gleich an den Beginn seines Vortrags über Alkohol. Für die meisten Menschen, sagt der Arzt und Leiter der Suchtmedizin am Nürnberger Klinikum, hört der Spaß am Trinken bei einem Blutalkoholgehalt von 0,7 Promille auf. Viele andere sind gefährdet und gerade die, die „viel vertragen“, entwickeln leichter eine Abhängigkeit. Dabei spielt die Verfügbarkeit von Alkohol eine Rolle, das soziale Umfeld, persönliche Probleme und in hohem Maße erbliche Faktoren. Und dann? „Der Entzug ist nur der erste Schritt“, sagt Wolf Dietrich Braunwarth vor 35 Hörern der Straßenkreuzer Uni im Haus Domus Misericordiae. Er setzt Alkoholabhängigkeit mit einer chronischen Erkrankung wie zum Beispiel Diabetes gleich, mit der Menschen auch gut umgehen und leben können. Rückfälle kommen bei Alkoholkranken vor, aber eine „weitestgehend abstinente Lebensweise“ sei ein guter Erfolg. Der Mediziner zitiert eine Studie, nach der die Hälfte der Abhängigen dies geschafft hat.
„Was machen Sie eigentlich die restlichen 364 Tage?“ wird Christel Paßmann gelegentlich gefragt. Sie kann dann nur müde lächeln. Als Leiterin des Projektteams arbeitet hauptsächlich sie daran, dass die nächste Blaue Nacht wieder ein Zuschauermagnet wird. Der erste Gedanke gilt dem Motto, der nächste der Zusammenarbeit mit mehr als 60 Institutionen in der Nürnberger Altstadt. Sie öffnen ihre Türen, viele bieten in dieser Nacht ein spezielles Programm an, das koordiniert werden muss. Paßmann sucht außerdem Sponsoren, die für die Hälfte des 300.000 Euro-Etats aufkommen, sie schreibt den Kunstwettbewerb aus und macht die ausgewählten Künstler mit den Orten bekannt. Daneben organisiert sie das Programmheft und anderes Unverzichtbares: Unverzichtbares: Straßensperren, Rettungsdienste und Helfer für diese eine Nacht. Am 4. Mai ist es wieder soweit. Mehr als 100.000 Menschen werden durchs blaue Nürnberg flanieren und sich selbst und die Kunst feiern. Ein bisschen schade findet Christel Paßmann, dass den Nürnbergern die Vorreiterrolle ihrer Stadt so wenig bewusst ist. „Typisch fränkisch“, sagt die Preußin, „wir machen etwas Tolles und hoffentlich merkt es keiner“.
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